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den Schrecken des Krieges nach Süddeutschland tragen sollte. AlleinGeneral Werder hielt der mehr als doppelt so starken Uebermachtin einer festen Stellung an der Lisaine, einem Flüßchen, das west-lich von Belfort an Häricourt vorbeifließt, in dreitägigem, verzwei-feltem Ringen stand (15.—17. Jan.). Zugleich eilte eine neue Armeeunter Manteuffel heran und schnitt Bourbaki den Rückzug ab, sodaß dessen von Hunger und Frost entkräfteten Soldaten nichts übrigblieb, als sich, 83,000 an der Zahl, unter Niederlegung der Waffenüber den Jura in die Schweiz zu flüchten (1. Febr.). — Die Entschei-dung war übrigens schon vorher gefallen. Paris hatte eine Wider-standskraft an den Tag gelegt, die niemand dem modernen Babylonzugetraut hätte. Aber mit der Grütze der Aufgabe waren auch dieLeistungen der Belagerer gewachsen. Mit eisernem Gürtel hielten200,000 Deutsche die Weltstadt umzingelt, und alle Ausfälle, dieGeneral Trochu, der Befehlshaber in Paris, von Zeit zu Zeit unter-nahm, wurden unter blutigen Verlusten für die Belagerten zurück-geschlagen. Endlich nach viermonatlicher Einschliehung, als Hunde,Katzen, Ratten schon zu Leckerbissen geworden waren, schloß die Re-gierung in Paris am 28. Januar einen Vertrag mit dem Sieger,kraft dessen diesem die Forts um die Hauptstadt überliefert und zu-gleich ein Waffenstillstand geschlossen wurde. Gambetta dachte auchjetzt noch daran, den Krieg bis aufs Messer fortzuführen; allein dasLand war des furchtbaren Kampfes müde. Während des Waffenstill-standes wurde eine Nationalversammlung gewählt, welche zuerstin Bordeaux, dann in Versailles ihren Sitz aufschlug und einst-weilen dem greisen Thiers die Regierung übertrug. Hierauf wurdeam 26. Februar ein vorläufiger Friede zu Versailles unterzeichnet,welcher Frankreich das Elsaß (ohne Belfort), Deutsch-Lothringensamt Metz und eine Kriegsentschädigung von 5 Milliarden kostete undihm bis zu deren Bezahlung die Okkupation durch deutsche Truppenauferlegte, Bedingungen, die später in dem endgültigen Frieden zuFrankfurt keine wesentlichen Aenderungen erfuhren. So endigte dieserKrieg von 190 Tagen, in dem 15 größere Schlachten geschlagen wurden,mit einer vollständigen Niederlage Frankreichs. 370,000 Franzosen