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Schweizergeschichte für Bündner Schulen : vom Bauernkrieg bis zur Gegenwart / von F. Pieth ; mit Bildern von Rudolf Münger
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zu nehmen. Henzi war am Morgen des betreffenden Tages nachBurgdorf geritten. Zwei Ratsherren erhielten den Auftrag, dorthinzu reisen und ihn zu verhaften. Er konnte nicht mehr gewarntwerden. Die Stadttore waren geschloffen worden, und kein Fähr-mann wollte den Sohn Henzis, der dem Vater entgegenzureisenund ihn zu warnen gedachte, über die Aare setzen. Eine halbeStunde vor der Stadt stießen die Ratsherren auf Henzi. Sieforderten ihn auf, in ihren Wagen zu sitzen. Henzi weigerte sich.Da bemächtigte man sich seiner Pistole und seines Degens, zwangihn, in den Wagen zu steigen, und fuhr mit ihm nach Bern.

Die Untersuchung gegen die Verschworenen wurde rasch durch-geführt. Henzi bewahrte in der Gefangenschaft und während derUntersuchung eine heldenmütige Ruhe. Als man in einem Verhördas Verzeichnis seiner Mitverschworenen von ihm verlangte mitdem Versprechen, ihm das Leben zu schenken, zog er das Ver-zeichnis aus dem Futter seiner Kleider hervor, zerriß es in Stückeund schluckte diese vor seinen Richtern hinunter. Auf der Foltererzählte er das ganze Unternehmen.

Henzi und die übrigen Häupter der Verschwörung wurden zumTode verurteilt. Unter starker militärischer Bedeckung führte sieder Scharfrichter nach der Richtstätte. Henzi ging festen Schritteszwischen den beiden Geistlichen, die ihn begleiteten. Er sah zu,wie das Haupt eines Mitverschworenen erst auf den dritten Streichfiel. Jetzt kam die Reihe an ihn. Er entblößte seinen Hals.Der erste Streich eine qualvolle, klaffende Wunde.Du richtest,wie deine Herren urteilen", soll Henzi zum Scharfrichter gesagthaben. Erst auf den zweiten Streich fiel sein Haupt. So starbder Mann, der nichts anderes wollte, als daß alle Bürger inder Gemeinde gleiches Recht haben sollen.

Die Patrizierherrschaft war vorläufig gerettet. Aber es kambald der Tag, wo Henzi und seine Genossen gerächt wurden.Kaum ein Menschenalter nach ihrer Hinrichtung erlosch die ganzeHerrlichkeit der alten Patrizierrepublik. Eine neue Zeit war an-gebrochen.

Eine Erziehungsanstalt für arme Kinüer.

In Zürich steht ein Denkmal, welches einen Mann darstellt,der liebreich zu einem kleinen Büblein niederblickt. Das Bübleinhat keine Schuhe und Strümpfe an, es trägt keinen Kragen, keineWeste. Es hat auch keine Jacke am Leib. Es ist also ein armes