Buch 
Schweizergeschichte für Bündner Schulen : vom Bauernkrieg bis zur Gegenwart / von F. Pieth ; mit Bildern von Rudolf Münger
Entstehung
Seite
78
JPEG-Download
 

78

velischen Behörden trotz aller Anstrengungen das ungeheure Elendaus Mangel an Hilfsmitteln nicht zu beseitigen vermochten, dawar es wieder Rengger, der die Schweizer des In- und Aus-landes zu freiwilligen Gaben veranlaßte. Ihm verdankte manes auch, daß Tausende der hilflosesten Kinder von wohltätigenLeuten unentgeltlich aufgenommen und verpflegt wurden.

Mit Rengger wetteiferte Philipp Albrecht Stapfer inWerken der Menschenliebe. Auch er war ein Mann von edelsterGesinnung. Er hatte früher als Professor in Bern gewirkt. AlsMinister der Künste und Wissenschaften arbeitete er besonders ander Verbesserung der Volksbildung. Er war überzeugt, daß dasWohlergehen eines Volkes zum großen Teil von der Ausbildungseiner geistigen Kräfte abhänge. Um die Erziehung und denUnterricht der heranwachsenden Jugend aber war es damalsnoch sehr schlimm bestellt. Stapfer wollte nun das Schul-wesen in ganz Helvetien neu und einheitlich einrichten. JedeGemeinde sollte ihre Volksschule haben. Der Schulbesuch wurdeobligatorisch erklärt. Stapfer verlangte in seinem Gesetz auch,daß arme Schulkinder unentgeltlich unterrichtet, daß Knaben undMädchen zu Handarbeiten und häuslichen Verrichtungen angeleitetwerden. Er verlangte ferner die ärztliche Untersuchung der Schul-kinder und der Schullokale und die Gründung von Bibliotheken.Jeder Bezirk sollte eine Mittelschule bekommen. Zur Heranbildungtüchtiger Lehrer wollte Stapfer ein schweizerisches Lehrerseminargründen. Ferner dachte er an die Errichtung einer schweizerischenHochschule, wo Gelehrte und Staatsmänner ausgebildet werdensollten. Er machte auch den Vorschlag zur Gründung einerschweizerischen Landesbibliothek und eines schweizerischenLandesmuseums.

Aber der Geldmangel des Staates, der schreckliche Krieg unddie Uneinigkeit im Innern verhinderten die Ausführung der PläneStapfers und Renggers. Erst in der neuesten Zeit sind sie teil-weise verwirklicht worden.

*Vie Schweiz als Kriegsschauplatz,öer Anschluß Graubünöens an Helvetien unü üas Enüeüer Helvetischen Republik. 1799 1802.

Wie die Schweiz in den Krieg hineingezogen wurde.

Der 24. August 1798 war für die Schweiz ein Unglückstag.Ein Bote der französischen Regierung war am Abend vorher in