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hatte, bestieg Innocenz III. den päpstlichen Thron. Er warfromm, hochbegabt und von der Überzeugung erfüllt, daß derPapst als der Statthalter Christi und Gottes auf Erdenvon allen Fürsten Gehorsam zu fordern habe. (Sein Wort:„Einzelne Könige sind über einzelne Reiche gesetzt, der Papstüber alle.") Der englische König nahm seine Krone von ihmzu Lehen; er war der Vormund des jungen Kaisersohnes Fried-rich, der in Sicilien erzogen wurde; er entschied über den Thron-streit in Deutschland. Unter Innocenz III. erreichte das Papst-tum den Gipfel seiner Macht.
Friedrich II., der Sohn Heinrichs VI. und Enkel Fried-rich Barbarossas, lebte meist in Italien; er kümmerte sich mehrum sein sorgfältig verwaltetes Reich in Unteritalienund Sicilien als um Deutschland. Mit den Päpsten kämpfteFriedrich II. lange Jahre um die Herrschaft in Italien und umseine Anerkennung als Kaiser; trotzdem der Papst Innocenz IV.ihn auf der Kirchenversammlung zu Lyon gebannt und abgesetzthatte (1245), blieb Friedrich bis zu seinem Tod unbe-siegt. (Die Sage von dem im Kyffhäuser schlafenden Kaiser,erst später auf Barbarossa bezogen.)
Bald nach seinem Tod endete die Macht der Hohenstaufen;der letzte Sproß dieses Hauses, Konradin, versuchte vergeb-lich das unteritalienische Königreich, das der Papst dem fran-zösischen Prinzen Karl von Anjou verliehen hatte, zurückzu-erobern; er wurde gefangen genommen und in Neapel ent-hauptet. >126S>
So hatte der Kampf zwischen Kaiser und Papst mit demSieg des Papsttums geendet; die Macht der römischen Kaiserdeutscher Nation war gebrochen; aber auch die Päpste er-freuten sich ihres Sieges nicht lange. Als Papst Bonifaz VIII.(um 1300) den Anspruch erhob, als oberster Richter über allenKönigen zu stehen, da widersetzte sich ihm der kühne und ver-schlagene König von Frankreich, Philipp der Schöne, undließ den Papst in seiner Residenz bei Rom gefangen nehmen;