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Erfurt ei», um »ach der Ordensregel mit frommen Werken,mit Beten, Fasten, Wachen und Selbstgeißelung, das Himmelreichzu verdienen. Aber er fand auf diesem Wege keine Ruhe undkeine Gewißheit. Ein Ordensoberer suchte ihn mit dem Hin-weis auf die Barmherzigkeit Gottes zu trösten. Aber erst nachjahrelangem Ringen fand Luther Frieden. Aus der Bibel undbesonders aus den Briefen des Apostels Paulus wurde ihmimmer klarer, daß er die frohe Gewißheit seiner Seligkeit nichtdurch allerlei gute Werke, sondern nur durch ein mutiges undkindliches Vertrauen auf Gottes Gnade finden könne. Sowurde er ein fröhliches und dankbares Gotteskind. DiesenWeg aber wollte er nun auch allen andern Menschen weisen.
e) Luthers Kampf um die evangelische Lehre. Späterwurde Luther Doktor der Theologie, Pfarrer und Pro-fessor in Witte nberg. Und als im Jahre 1517 der Au-gustinermönch Tetzel um Wittenberg herum predigte undAblaßbriefe verkaufte, durch die den Leuten die Strafen fürihre Sünden auf der Erde und im Fegfeuer erlassen sein sollten,da glaubte Luther seine Studenten und Pfarrkinder vor solcherLehre, die es mit Sünden und Sündenstrasen so leicht nahm,warnen zu müssen. Am Tag vor Allerheiligen 1517 schlug erdaher 95 Thesen über den Ablaß an der Schloßkirchezu Wittenberg an und damit entfachte er den Kampf in derKirche, jisi^j
Luther wurde bald wegen Ketzerei in Rom verklagt; abersein Landesherr, der Kurfürst Friedrich von Sachsen, duldetenicht, daß er dem römischen Gericht ausgeliefert werde. Eingewandter Streiter, der Theologe I)v. Eck, lud ihn zu einerDisputation nach Leipzig. Dort erklärte Luther, Päpste undKonzilien könnten irren, nur die heilige Schrift nicht. Damitwar er nach der bestehenden Kirchenlehre ein Ketzer. In gewal-tigen Kampfschriften griff nun Luther die Ansprüche des Papst-tums, die Vorrechte des geistlichen Standes und die katholischeLehre von den sieben Sakramenten an und forderte die christ-