sehr schonend behandelt; es wurde aus die Grenzen eingeschränkt, diees 17!>2 besessen hatte, mußte aber weder eine Kriegsentschädigung be-zahlen, noch auch nur die geraubten Kunstschätze zurückgeben.
14. Der Wiener Kongreß I 814 1.7). — Im Herbst desJahres 1844 versammelten sich die siegreichen Monarchen mit den Ge-sandten Englands und Frankreichs nebst den Fürsten und Staatsmännernsäst ganz Europas in Wien zu einem „Kongreß", um die verwirrtenVerhältnisse des Erdteils neu zu regeln. Das entscheidende Wortführte» in Wien die Vertreter der fünf Staaten, die sich gegenseitigausschließlich als Großmächte anerkannten, Rußland, Öster-reich, England, Preußen und Frankreich. Im allgemeinennahm der Kongreß als Richtschnur seines Handelns die „Restau-ration" (Wiederherstellung» des alten europäischen Staatensystemsmit den „legitimen" (rechtmäßigen) Regierungen an. Doch wurdendabei manche Ausnahmen gemacht, insbesondere zugunsten der viersiegreichen Großmächte, die für ihre kriegerischen Anstrengungen ent-schädigt sein wollten. So verlangte Zar Alexander für sich zu dem,was er von Polen schon besaß, auch noch das Herzogtum Warschau,d. h. deu ehemaligen Anteil P r e u ß ens, wofür dieses das ganzeKönigreich Sachsen ansprach, weil dieses am längsten am Bund mitNapoleon festgehalten hatte. Da die übrigen Mächte eine solche Ver-größerung Rußlands und Preußens nicht zugeben wollten, so drohteschon .Krieg zwischen den bisherigen Verbündeten auszubrechen, als dasWiedererscheinen des gefürchleten Korsen in Frankreich den Kongreßzu rascher Einigung nötigte. Alexander erhielt Warschau, ohnePosen und Krakan, als ein mit Rußland durch Personalunion ver-einigtes konstitutionelles Königreich Polen, und Preußendie größere Hälfte Sachsens nebst Posen und bedeutenden Gebietenam Rhein. Österreich bekam außer der Lombardei auch dasGebiet der Republik Venedig, an deren Herstellung so wenig gedachtwurde, wie an diejenige Polens. Von den durch Napoleon ihres Besitz-tums beraubten kleinen deutschen Fürsten wurden nur wenige wiedereingesetzt, weil dabei zum Glück die Interessen Österreichs und Preußensmit denen des deutschen Volkes Hand in Hand gingen. Aber ebensowenig konnte ein kräftiges deutsches Kaiserreich, woraus Patrioten wie