und unterdrückten, flüchtete sich der Freisinn in Geheimbünde, wor-unter derjenige der Carbvnari (Köhler) sich durch die ganze Halb-insel verzweigte und rastlos an einem gewaltsamen Umsturz arbeitete.Aus die Kunde von der Revolution in Spanien brach diese sofort auchin Neapel aus, und der König Ferdinand I. sah sich genötigt, demVerlangen der Liberalen gemäß die spanische Konstitution in seinemReiche einzuführen und sie feierlich zu beschworen. Aber fo wenig wiein Deutschland, wollte M eitern ich die Ausbreitung der konstitu-tionellen Staatssorm in Italien zugeben. Aus die Nachricht von derRevolution in Neapel berief er die Großmächte zu einem Kongreßnach Troppa n in Schlesien zusammen. Zar Alerander, bei dem dieRevolutionsfnrcht die liberalen Anwandlungen verdrängt hatte, undFriedrich Wilhelm III. von Preußen, die beide persönlich erschienen,ließen sich gänzlich von ihm ins Schlepptau nehmen. So maßten sichdenn die drei östlichen Monarchen das Recht an, im Namen der „Unionder europäischen Staaten" gegen die Länder einzuschreiten, wo der Auf-ruhr herrsche, und luden den König von Neapel vor sich nach Laibachin Kram, wohin sie den Kongreß vertagten, um sich mit ihm über dienötigen Schritte gegen sein Volk zu besprechen. England und Frank-reich stimmten diesem Grundsatz, welcher die Unabhängigkeit allerkleineren Staaten bedrohte, nicht zu; aber sie taten auch nichts, umseine Ausführung zu hindern. Die Neapolitaner ließen ihren Königziehen, nachdem er hoch und heilig beteuert hatte, in Laibach für dieErhaltung der Verfassung einzutreten. Kaum war er dort angekommen,widerrief er seinen Eid als erzwungen; dem Beschluß der Mächte ge-mäß rückten 60,000 Österreicher gen Süden, zersprengten das Heer derNeapolitaner und stellten den Absolutismus wieder her. Der meineidigeKönig aber wütete unter dem Schutz der österreichischen Bajonette gegendie Liberalen durch Hinrichtungen, Auspeitschungen, Kerker und Ga-leeren. Noch während des Zuges der Österreicher nach Neapel hattendie Liberalen in Piemont einen Ausstand erhoben, in der Absicht, mitden sardinischeu Streitkräften den Österreichern in den Rücken zu fallen.Aber hier wie in Neapel wurde die Revolution mit österreichischenBajonetten niedergeworfen, und schwerer als zuvor lasteten der De-spotismus und die Fremdherrschaft aus dem unglücklichen Italien.
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Buch
Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / von Wilhelm Oechsli. 3. Teil (zweite Hälfte) / Neueste Geschichte
Entstehung
Seite
96
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