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den Fuß für „gehen". Diese schnitten vder malten sie oftin den verschiedensten Farben auf ihre Denkmäler. Ebensopflegten sie die Sternkunde. Ägyptische Astronomen gabenschon sehr frühe einen Kalender heraus mit einem Sonnemjähre von 365 Tagen. Nicht minder galten sie im ganzenAltertume als die besten Ärzte, Geometer und Chemiker.Ihre größte Berühmtheit jedoch verdanken sie ihren Bauten.Als solche sind besonders zu erwähnen die Pyramiden, dieObelisken, die Katakomben, das Labyrinth, die Tempel undKönigspaläste.
Die Pyramiden gehören zu dem Merkwürdigsten und Großartigsten,was Menschenhand je geschaffen hat. „Alles fürchtet die Zeit"; sagt einarabisches Sprichwort, „die Zeit aber fürchtet die Pyramiden." Napoleonfeuerte vor der Schlacht bei den Pyramiden seine Truppen an mit denWorten: „Franzosen, wisset, daß von diesen Denkmälern vier Jahrtau-sende auf euch herniederschauen!"
Die Pyramiden waren Riesenwerke an Größe und MassenhaftigkeitUnten viereckig liefen sie oben in eine Spitze aus. Im Innern waren Gang,und Kammern. Freilich waren nicht alle Pyramiden gleich groß. Sie warennämlich die Grabkammern der Könige. Jeder König begann den Banseiner Pyramide mit seiner Thronbesteigung. Damit er aber kein unvoll-endetes Werk hinterlasse, wurde zuerst, gleichsam als Kern, nur eine ganzkleine Pyramide gebaut und auf diese dann, je nach der Regierungszeitdes Erbauers, ein Steinmantel um den andern gelegt.
Eines der größten dieser wunderbaren Grabmale ist die Pyramidedes Cheops. Ihre Höhe beträgt, obwohl die Spitze abgebrochen ist, heutenoch gegen 135 Meter. Um dieselbe zu umschreiten, meint ein Beschreib»,würde man eine Viertelstunde Zeit brauchen; aus den dazu verwendetenSteinen könnte man eine Mauer von 2 ni Höhe uud 3V om Dicke umganz Deutschland ziehen.
Heute zählt man »och etwa vierzig Pyramiden. Dieselben stehen inMittelägypten, an der Westseite des Nil, in der Nähe des alten Memphis,bei dem heutigen Dorfe Gizeh (sprich: Dzise), in fünf Gruppen gesondert.Während jedoch einige von ihnen noch scheinbar unversehrt ihre Keilgestaltin den Himmel zeichnen, sind andere bereits in Trümmer gesunken. Fastalle Großbauten der ägyptischen Kalifen sollen aus den Quadern derPyramiden ausgeführt sein.
Die Obelisken waren Spitzsäulen, die aus einem einzigen Steinegehauen waren. Die glatten Seiten waren, wie bei den Pyramiden, mitHieroglyphen überschrieben. Elf Obelisken wurden später nach Europa ge-bracht. Ein ägyptischer Obelisk schmückt den Petersplatz in Nom; einanderer steht in Paris, ein dritter in London.
Die Katakomben waren Grabkammern, die besonders bei Thebenin die Felsen der lybischen Bergkette gehauen wurden.
Das Labyrinth war ein Gebäude in Mittelägypten, das aus zwölfPalästen bestand und dreitausend Zimmer enthielt.