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Grundriss der Welt- und Schweizergeschichte für Sekundar-, Bezirks- und Realschulen, sowie die untern Klassen des Gymnasiums / von J. Helg
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ausgeteilten Stöße, Schläge und Stiche schmerzhafter empfunden werden.Die'Strafen waren ausgesucht grausam. So mußten Sklavinnen oft, wennsie ihre Herrin im geringsten beleidigt hatten, einen schweren Block aneiner Kette herumschleppen. Häufig war das Ausschneiden der Zunge,um sich gegen die Aussagen eines Sklaven als Zeugen vor Gericht zuschlitzen. Wurde der Herr des Hanfes von einem Sklaven ermordet, somußten alle, die unter demselben Dache wohnten, sterben. Waren dieSklaven alt und arbeitsunfähig geworden, so daß sie nicht mehr verkauftwerden konnten, so wurden sie auf die Straße geworfen und dem Hunger-tode preisgegeben. Alle, die im Sklavenstandc geboren wurden, wurdenwieder Sklaven. Bei weitem die größte Zahl derselben jedoch warenKriegsgefangene oder arme, ausgeplünderte Schuldner. Nur höchst seltenvor dem Christentum wurden Sklaven freigelassen.

Da traten zunächst Pompejns und Licinius Crassusan die Spitze des Adels. Pompejns warb auf eigene Handdrei Legionen, die er dein Sulla zuführte. Nach Sullas Todmachte Pompejns zuerst den Seeräubern ein Ende; dannbesiegte er in einem Kriege den Mithridates; endlich er-oberte er fast ganz Kleinasien mit Syrien und Palästina.

Crassus galt als der reichste Römer. Er gewann inKampanien eine große Schlacht gegen die Sklaven.

Catilina. Empörung und Aufruhr waren jetzt in Rom an derTagesordnung. Viele junge Männer aus den vornehmsten Ständenhatten ihr Vermögen in Sünden und Lastern vergeudet und suchten nundurch Verbrechen und Umsturz wieder zu Reichtum und Einfluß zu kommen.An ihrer Spitze stand Catilina. Dieser entstammte ebenfalls einer derersten römischen Familien und war von der Natur mit den herrlichstenGaben des Geistes und des Körpers ausgestattet. Hunger und Kälte,Arbeit, Nachtwachen und die härtesten Anstrengungen des Krieges ertruger mit Leichtigkeit. Er war gewandt, tapferund beredt und besaß die Gabe, die Gemüterder Menschen zu gewinnen und zu fesseln.

Dabei aber war er auch der frechste und ver-wegenste unter allen Bösewichten der Stadtund des Landes. Mit kaltem Blute häufte erSchandthat auf Schandthat. Endlich leiteteer eine Verschwörung ein. An einem be-stimmten Tage sollte Rom in Brand gestecktund ihm und seinen Helfershelfern dann dieNeuordnung der Dinge übertragen werden.

Cicero. Doch Catilina hatte den Manngesunden, der ihm die Stange hielt. Es warCicero, der große römische Redner, dessenGlanz und Ruhm bis heute die Welt erfüllt.

In Arpinnm, einer Provinzialstadt, geboren,hatte er sich durch Talent und Thatkraft biszu den höchsten Ämtern des Staates, ja, biszum Konsulate emporgearbeitet. Dabei war

tiiccro. Madrid.

Phot. d. Phot. Gesellsch.. Berlin.