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Endlich wurden die Christen auch vielfach verleumdet.Durch die Verfolgung selbst waren sie nämlich genötigt, ihreLehren vielfach geheim zu halten und bildlich darzustellen.Ebenso hielten sie um diese Zeit ihren Gottesdienst meistensim Verborgenen, in unterirdischen Gewölben und Grab-kammern, in den sogenannten Katakomben. Das gab Ver-anlassung zn vielerlei Gerede. Es wurde behauptet, die Christenschlachten Kinder, bestreuen ihr Fleisch mit Mehl und trinkenihr Blut. (Hl. Altarssnkrament.)
2. Anzahl. Die erste Christenverfolgung veranstalteteNero, indem er die Schuld am Brande Roms auf dieChristen schob und so die Wut des Volkes auf sie zu lenkensuchte. Ihm folgten Trajan, Mark Anrel, Decius n. s. w.Die letzte Verfolgung geschah unter Diokletian. Im ganzenwerden zehn Verfolgungen gezählt.
3. Qualen. Die Qualen, die mau gegen die BekenmrChristi anwandte, waren ausgesuchte.
Unter Nero wurden die Christen in Sticke gebunden, von Hundenzerrissen, mit Pech bestrichen und als Fackeln verbrannt. Über die Ver-folgnng des Diokletian erzählt Eusebius von Cäsarea, als Zeitgenosse,teilweise sogar als Augenzeuge: „Es war das 19. Jahr der Regierungdes Kaisers Diocletian, als die Anordnungen dieses Fürsten aus der ganzenErde verkündet wurden, „daß alle Kirchen, sie mögen wo immer sein,dem Boden gleich gemacht und die heiligen Schriften verbrannt werdensollen. So jemand ein Ehrenvorrecht genießt, soll er dessen verlustig sein.So einer aus den Sklaven ein Christ bleiben wolle, könne er künftighindie Freiheit nicht mehr erlangen". Von da aber hat die Flamme ihrenAnfang genommen und in dem Volke und in dem Priestertnm einen all-gemeinen Brand angezündet; darum ist es nicht möglich, die Zahl dereranzugeben, welche beinahe täglich in allen Städten und Provinzen denMartertod gestorben sind.
In denselben Tagen aber brannte zufällig auch ein ^ieil des Pa-lastes zn Nikomedien (in Kleinasien) ab, und der Kaiser ließ sich vomfalschen Argwohn verleiten, zu glauben, derselbe sei von den Unsrigen an-gezündet worden. Von nun an wurde er von unbeschreiblichem Ingrimmerfüllt, ließ alle Unsrigen haufenweise zusammentreiben und teils durchsSchwert hinrichten, teils im Feuer verbrennen. Als aber das grausameWüten den Zuschauern selbst zn schrecklich wurde, da fuhren die Knechteder Greuel hinaus aufs hohe Meer und schlenderten dort die im Glau-bensbekenntnisse standhaft Verharrenden in die Tiefe der Fluten.
Gleichzeitig aber war mich in den Kerkern Syriens kein Raum mehrzn finden, so daß es schien, als seien nicht so sehr Schuldige in die Ge-fängnisse abgeführt worden, sondern vielmehr ganze Städte in die Kerkergewandert. Da hingen die Ketten, welche für die Mörder, Giftmischerund Grabschänder gemacht worden waren, nun um den Hals der Bischöfe,