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Grundriss der Welt- und Schweizergeschichte für Sekundar-, Bezirks- und Realschulen, sowie die untern Klassen des Gymnasiums / von J. Helg
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Das Konzil von Nicaa 32ö. In die IlegiernngSzeit Kaiser Kon-stantin des Großen fallt auch das erste allgemeine Konzil. Ein Konzil istdie Versannnlnng aller katholischen Bischöfe des Erdkreises in Vereinbarungmit ihrem gemeinsamen Oberhaupte, dem römischen Papste. Diese Kirchen-versammlung wurde zu Nicäa in Kleinasien gehalten. DreihnndertachtzehnBischöfe kamen hier zusammen. Den Vorsitz führten die Stellvertreter des Pap-stes: der Bischof Hosins vonEordova in Spanien und zwei einfache Priester.

Es war eine erhabene Versammlung von Männern, die zum großenTeile die Wundmale nberstandener Verfolgung und Marter an ihremLeibe trugen. Mit Recht konnte Ensebius von ihnen sagen:Die einenwaren durch Weisheit, die andern durch ihr strenges Leben und ihreAusdauer, wieder andere durch ihre Demut berühmt. Einige waren hoch-betagt, andere noch voll jugendlicher Frische." Unter den Gehilfen derBischöfe hat Athanasins, damals ein junger Diakon des Bischofs vonAlexandrien, später unsterblichen Ruhm erworben.

Auch Konstantin der Große selbst nahm an der Versammlung teil.Als die Ankunft des Kaisers gemeldet wurde," erzählt Ensebius,dastanden alle auf. Er erschien wie ein Bote Gottes, geschmückt mit Goldund Edelsteinen: eine herrliche Erscheinung, groß, voll Schönheit nndMajestät. Demütig aber schlug er seine Augen zu Boden und setzte sichaus den goldenen Thron nicht eher, als bis die Bischöfe ihm dazu dasZeichen gegeben hatten." Der Kaiser beabsichtigte keineswegs die Verhand-lungen zu leiten; er überließ das den Gesandten des Papstes; er führtenur eine Art Ehrenvorsitz.

Das Konzil war versammelt worden, um vor allem gegenüber demJrrlehrer Arins die wahre katholische Lehre von der Gottheit Christi,welche jener geleugnet hatte, festzustellen. Auch beendete dasselbe den Streit,welcher wegen der Feier des Osterfestes entstanden war. Es bestimmt:Ostern solle immer und überall am ersten Sonntage nach dem Vollmondenach Frühlings-Tag- nnd Nachtglciche gefeiert werden.

363 4. Julian (363) und Theodosius der Große (395). Kaiser

I ulia n versuchte noch einmal das Heidentum zu retten.Doch umsonst war jetzt auch der Kampf der List und Ver-schlagenheit, der Kampf der Wissenschaft und des Spottes.Auf den Türmen Roms blieb das Kreuz, während die Heidenimmer mehr sich in die entlegenen Dörfer nnd Wälder znrück-365 zogen. Endlich verbot Theodosius der Große allenGötzendienst nnd ließ die Heidentempel schließen.

2. Die Germanen.

n. Sand nnd Molk, Sitten nnd Gebräuche.

1. Wohnsitz. Die Germanen oderalten Deutschen"wohnten ursprünglich an der Elbe und Oder. Später bildeteder Rhein die Grenze ihres Reiches gegen Westen, die Donau