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Betreffend die Landschaft:
(4 nnd II. Artikel lauten ähnlich, wie diejenigen für die Stadt.)
III. Haben wir gesetzt: daß künftig in allen unsern Herrschaftenniemand, weder edel noch unedel, ein Gemeinschießen ausrufen, noch sonstein Spiel, es sei mit Kegeln oder in anderer Weise, abhalten und irgendwelche Versammlung oder öffentliche Einladung veranstalten soll, ausge-nommen an rechten öffentlichen Kirchweihen; da mag man hingehen wievon alters her.
IV. Und damit diese unsere löbliche Ordnung, so ;u gemeinem Nutzenbeschlossen ist, ausrecht gehalten werde, so haben wir einhellig erkannt:daß Hinfür kein Bürgermeister, Ratsherr oder Zunftmeister anbringen,raten, Beistand oder Hilfe thun soll, solche Satzung abzuthun oder zuverletzen. Und wer dawiderhandelte oder riete, der soll gemeiner Stadtzwei Mark Silbers ohne Gnade verfallen sein.
St. Othmari 1488.
v. Erfindungen.
Vor allem aber ist der Ausgang des Mittel-alters die Zeit großer Erfindungen.
1. Kompaß. Der Kompaß ist bekanntlicheine mit einem Magnet bestrichcne Nadel, diein einem Kästchen über einem spitzigen Stäbchenliegt und dann die merkwürdige Eigenschafthat,daß sie beständig nach Norden zeigt. Darumgab diese Erfindung vorab der Schiffahrt einenneuen Aufschwung; denn jetzt konnte man leichterund sicherer auch bei Nacht nnd Nebel das weiteMeer durchkreuzen. Wer diese Erfindung ge-macht, ist nicht sicher. Wahrscheinlich stammt sievon Flavio Gioja, der um das Jahr 1300in Amalfi in Süditalien lebte.
2. Schietzpnlver. Wie wir in der Ge-schichte der morgenländischen Völker gesehen haben,sollen schon die Chinesen das Schietzpnlver und die Bnchdrnckerknnst ge-kannt haben. Unter den Europäern erfand das Schießpulver 1350 Ber-thold Schwarz, ein Franziskanermönch aus Freibnrg im Breisgan.Einst stampfte dieser nämlich Schwefel, Kohlen nnd Salpeter in einemMörser und legte darüber einen Stein. Da entzündete zufällig ein Funkedie Masse nnd augenblicklich flog der Stein mit einem fürchterlichen Knallgegen die Decke. Welche Umänderung aber diese Erfindung im Kriegs-wesen hervorbrachte, liegt auf der Hand. Denn, was half jetzt noch derstarke Arm? Was die schwere Panzerrüstung des Ritters? Bald wurdenauch Kanonen gegossen. Um das Jahr 1517 erfand man in Nürnbergdie Flinten.
3. Die Buchdruckerlunst. Mehr Mühe und Arbeit erforderte die Er-findung der Buchdruckerlunst. Bei ihr lassen sich verschiedene Stufen unter-scheiden. Zuerst erfand man die Holzschneidekunst. Es wurden nämlich inhölzerne Täfelchen allerlei Bilder von Heiligen geschnitten, mit Farbe be-
Datnm Dienstag nach
Johann Gutenberg.