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blieb. Die griechischen Künste sollten für die nachfolgenden Ge-schlechter vorbildlich werden. Wurden auch die Griechenstaatendie Beute der kriegstüchtigen Römer, so bewies die hellenischeKunst ihre Überlegenheit und Lebenskraft dadurch, daß die Siegerselber sie annahmen.
B. Die Römer.
Ursprung der Stadt Rom. (753 v. Chr.?). Ähnlich wieGriechenland, war Ralien ursprünglich von einer Menge selbständigerVölkerschaften bewohnt. Mit der Zeit erlangten drei Völker über-wiegende Bedeutung: die Etrusker, zwischen Poebene und Tiber,die Latiner, an der Küste südlich dieses Flusses, und die Sa-biner im höchsten Apennin und mehr gegen Süden. In Latium,ungefähr da, wo die drei Länder zusammenstießen und wo derTiber imstande war, kleine Meerfahrzeuge zu tragen, bildete sichdie Ansiedlung Rom. Die gute Handelslage war wohl für dieGründung der Stadt mitbestimmend.
I. Rom in einfachen Verhältnissen.
1. Die Stände. Die Patrizier. Jahrhundertelang reichte Romnur wenig über seine Stadtmauern hinaus; die umliegende, nähereLandschaft bildete das Erwerbsgebiet der Bürger, die durchausBauern waren. Sie gliederten sich in Geschlechter und nanntensich Patrizier, d. i. Väter*. Sie allein hatten Zutritt zu denÄmtern, Anteil am Gemeindeland, und nur sie waren zum Kriegs-dienst verpflichtet. Unter sich genossen alle Bürger die gleichen Rechte.
Die Plebejer. Außerhalb der Geschlechter stand ein weiterer,wichtiger Volksteil. Es waren wohl Unterworfene, eingewanderteKaufleute und Handwerker, die der Römer verächtlich die Plebs,d. i. den Haufen, nannte. Die Plebejer hatten weder das Eherecht mitden Patriziern, noch Anteil an den Ämtern, noch Stimm- und Kriegs-recht und wurden deshalb nicht zum „römischen Volke“ gezählt.
* Die Namengebung beruhte auf den alten Geschlechtsverbänden. Nichtder Name des einzelnen, sondern das Geschlecht ist die Hauptsache: z. B.Julier, Kornelier, Fabier, Klaudier. Vornamen waren z. B. Gajus, Markus,Publius. Ein dritter Name bezeichnete einen Zweig des Geschlechts. Ga jusJulius Cäsar: 1. Vorname. 2. Geschlecht. 3. Zweig des julischenGeschlechts.