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Geschichtslehrmittel für Sekundarschulen / von Robert Wirz ; in Verbindung mit H. Gubler
Entstehung
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staltet, neue gegründet. Das Mönchswesen nahm einen neuen, ge-waltigen Aufschwung. Die cluniazensische Zucht schien noch zumilde. Es entstanden die strengen Orden der Kartäuser undZisterzienser, die in härtester Enthaltsamkeit Gott dienten, undspäter die der Franziskaner (Barfüßer) und Dominikaner(Prediger), die ihren Unterhalt durch Betteln erwarben und einenunermeßlichen Einfluß auf das niedere Volk ausübten.

Papst Gregor VII. Die Päpste schlossen sich diesen Bes-serungsbestrebungen an und nützten sie für ihre Ziele aus. Dertatkräftigste unter ihnen war Gregor VII. (10731085). DieserStatthalter Christi fühlte sich als Inhaber der höchsten Gewalt aufErden und erklärte, daß Kaiser und Könige ihre Regierungsgewaltnur als päpstliches Lehen erhalten hätten. Er entwand den Kaiserndas Recht der Papstwahl, indem er es auf die Kardinale, d. h.auf die Priester der Hauptkirchen Roms und die benachbartenBischöfe übertrug. Auch verbot er den weltlichen Fürsten die Bi-schöfe einzusetzen; er schaffte die Priesterehe ab und untersagteden Verkauf von geistlichen Ämtern.

Bann und Interdikt. Der Papst hatte als Kampfmittelzwei wirksame Waffen. Durch den Bann stieß er einzelne Menschen,durch das Interdikt ganze Gegenden, ja Länder aus der christlichenKirche. Die heiligen Gegenstände in der Kirche wurden verhüllt,die Glocken nicht mehr geläutet; kein Gottesdienst fand mehr statt,die Leichen blieben unbeerdigt oder wurden ohne viele Umständeverscharrt. Das machte auf die frommen Gemüter jener Zeit einenfurchtbaren Eindruck, so daß die Bestraften sich gewöhnlich er-schreckt dem Papste unterwarfen.

4. Heinrich IV. zu Kanossa. Kaiser Heinrich IV., der SohnHeinrichs III., trat den Plänen Gregors aufs schärfste entgegen. Vorallem beanspruchte er die Wahl der Bischöfe, da sie als Fürstendes Reiches seine Vasallen waren. Als der Papst sich in die deut-schen Verhältnisse mischte, ließ er ihn durch die deutschen Bischöfeabsetzen. Der Papst antwortete mit dem Bannflüche, erklärte Heinrichdes Thrones verlustig und entband alle Vasallen und Untertanendes Treueides. Die deutschen Fürsten benützten die Gelegenheit,um ihre Abhängigkeit vom Reich zu lockern und die Mitwirkungan den Reichsgeschäften zu erzwingen; darum fielen sie vom Kaiserab und erklärten ihn als abgesetzt. Nur schleunige Unterwerfungkonnte Rettung bringen; mitten im Winter machte Heinrich eine