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Geschichtslehrmittel für Sekundarschulen / von Robert Wirz ; in Verbindung mit H. Gubler
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I. Die Wiedererstarkung der katholischen Kirche.

1. Die Gründung neuer Orden. Während man in den ger-manischen Ländern die Klöster beseitigte, versuchte man in denromanischen, sie zu stärken. In den schon bestehenden Klösternhielt zum Teil eine strenge Zucht Einzug, anderseits wurde eineReihe neuer Mönchsorden gegründet, die eine Verbesserung desgeistlichen Standes durch Bildung und Frömmigkeit anstrebten undsich durch Wohltätigkeit, Krankenpflege und Jugendunter-richt dem Volke als nützlich und unentbehrlich erweisen wollten.Bei aller Verschiedenheit war allen gemeinsam das Streben, denNeugläubigen entgegenzutreten und sie mit allen Mitteln zu ver-nichten. Die bekanntesten neuen Orden waren die der Kapuzinerund der Jesuiten.

Die Kapuziner. Die Kapuziner verzichteten auf jeden welt-lichen Besitz; sie gingen barfuß, trugen lange, braune, wollene Kutten,die eine Kapuze hatten, und erbettelten sich ihren Unterhalt. Mitihrer großen und volkstümlichen Beredsamkeit hatten sie viel Ein-fluß auf das niedere und arme Volk. Sie ließen sich auch in denGebirgstälern der Schweiz nieder und wurden bald die Lieblingedes gemeinen Mannes.

DieJesuiten. Sehr gefährliche Gegner fanden die Reformiertenin den Jesuiten. Ignaz v. Loyola, ein spanischer Ritter, wmr ihrStifter. Eine schwere Verwundung im Kriege und drohende Todes-gefahr machten ihn zum religiösen Kämpfer. In der Zeit des all-gemeinen Abfalls trieb ihn sein glühender Glaubenseifer dazu, demPapste eine ergebene Schar Glaubenskämpfer zurVerfügung zu stel-len. Höchstes Gebot der Ordensglieder war der blinde Gehorsamgegen die Vorgesetzten. Die Gesellschaft wurde gleichsam militärischeingerichtet; es gab Rangstufen bis hinauf zum General, der sichimmer dem Papste zur Verfügung hielt. Nur geistig tüchtige Leutewurden aufgenommen und zu Predigern, Schriftstellern,Professoren, Lehrern, Missionären, Beichtvätern der Für-sten und Ministern der Könige ausgebildet. In allen Stellungenzeigten sie einen unermüdlichen Glaubenseifer, der unbedenklich alleGefahren und Verfolgungen auf sich nahm. Ein genaues Über-wachungssystem durch Aufpasser unterrichtete die Vorgesetzten vonjedem begangenen Fehler der einzelnen Mitglieder.

Schon 80 Jahre nach der Gründung zählte die Gesellschaft Jesugegen 16,000 Mitglieder, die über alle Länder der Welt zerstreut