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stabieren, lesen, schreiben, die Fragen des religiösen Lehrmittels(Katechismus), einige Lieder und Gebete konnte, wurde würdig be-funden, die junge Welt zu erziehen. War eine Stelle frei, so ver-kündigte sie der Pfarrer von der Kanzel, und er nahm die An-meldungen entgegen. Die Bewerber mußten sich in Zürich einerPrüfung unterziehen. Folgender Prüfungsbericht zeigt, wie geringeAnforderungen man stellte. Rudolf Yontobel, Bewerber für dieSchule Fägswil, Rüti: „Sein Examen war im Lesen nur mittel-mäßig, seine Schrift ordentlich, aber nicht orthographisch. Daer der einzige Bewerber und erst fünfzehn Jahre alt ist, so hatman ihn ernannt, in der Hoffnung, er werde sich bemühen, dasMangelhafte zu verbessern.“ — Naturgemäß war das Ansehen derLehrer sehr gering.
Besoldung. — Die Besoldung ernährte den Mann nicht. Es galtals selbstverständlich, daß der Lehrer neben der Schule sein altesMetier weiter betrieb. Die Bezahlung bestand in Geld und Natu-ralien: Getreide, Wein, Holz, Torf. Mit letzterem mußte das Lokalgeheizt werden, so daß er für die Besoldung eigentlich nicht inBetracht kam. Hauptbestandteil der Besoldung war das Schulgeld,das im ganzen für alle Leute gleichviel betrug; oft wurde vonälteren, oder solchen, die das Schreiben erlernten, mehr verlangt.Gewöhnlich mußte der Lehrer von Haus zu Haus gehen, um denSchullohn einzuziehen. Die Höhe des Einkommens wechselte vonGemeinde zu Gemeinde. 1799 berichtete der Lehrer von Hausen:„Habe Gütererwerb und Leineweberei; denn bei dem Schulein-kommen verdient man nicht viel über Brot und Wasser“.
Der Schulbetrieb. Schulhäuser. — Nur ein Drittel der Gemein-den des Kantons Zürich besaß besondere Schulhäuser, von denen einegroße Zahl ganz ungenügend war. Der Kanton stand nicht helfend zurSeite. Sehr oft scheute man die Reparaturen, so daß der Lehrer sieauf seine Kosten ausführen lassen mußte. Manche Gemeinden mietetendie Schulstube; oft bekam bei der Lehrerwahl der den Vorzug, dereine große Stube zur Verfügung stellen konnte. Mitunter wandertedie Schule von Haus zu Haus. Die Schulstuben waren niedrig,dunkel, schlecht gelüftet und meist überfüllt. Oft waren die Kinderverpflichtet, das Holz zum Heizen des Ofens selbst mitzubringen.Die innere Ausstattung war äußerst ärmlich. Tische zum Schreibenwaren in geringer Zahl vorhanden, Veranschaulichungsmaterial fehlte.Es kam sogar vor, daß kranke Angehörige des Lehrers in der