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Geschichtslehrmittel für Sekundarschulen / von Robert Wirz ; in Verbindung mit H. Gubler
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und dem Schwarzen Meere wohnen etwa 16 Millionen Südslaven:Bulgaren, Serben, Kroaten und Slovenen. Die Sprachen dieserVölker sind nahe verwandt, doch besteht keine gemeinsame Schrift-sprache, da die Völker, seit Jahrhunderten auseinandergerissen, unterfremden Herren standen; auch im Glauben fehlt die Einheit. DieHälfte der Südslaven wohnte im österreichisch-ungarischen Staat.Der Westen mit der Küste gehörte zu Österreich, Kroatien-Slavo-nien zu Ungarn, während die 1878 besetzten türkischen Gebieteals 1 leichsland beiden unterstanden. Auch bei den Südslaven voll-zog sich das nationale Erwachen; aber die Zusammenschluß-bestrebungen fanden bei ihren Herren kein Verständnis. Als 1908Bosnien und die Herzegowina völlig einverleibt wurden, versäumteder Habsburgerstaat, seinen unzufriedenen Südslaven entgegenzu-kommen, sie zu einigen und mit einer gewissen Selbständigkeit aus-zustatten. Darum gingen deren Augen über die Grenzen, wo sichein großes Werden vollzog. Die Stammesbrüder im Königreich Ser-bien kämpften um ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit gegenüberÖsterreich-Ungarn. Auf dem Balkan waren Österreich und RußlandNebenbuhler. Als Glaubens- und Rassegenossen sahen die Balkan-slaven in Rußland stets ihren Befreier und Beschützer; ging es auchim Grunde immer um Konstantinopel, so war für sie doch vielrussisches Blut geflossen. Österreich dagegen .opferte für ihre Be-freiung keinen Mann, wußte sich aber geschickt in den Balkanhineinzuschieben und strebte nach Saloniki. Recht unglücklich warsein Verhalten Serbien gegenüber. Als Binnenstaat war dieses Landwirtschaftlich durchaus auf Österreich angewiesen. Es mußte nachund durch Österreich sein Vieh, sein Getreide, seine Früchte ab-setzen : von ihm bezog es seine Industrieprodukte. Der große Nach-bar ließ das kleine Serbien diese Abhängigkeit schwer fühlen undbereitete ihm endlose Schwierigkeiten. Die Annexion der serbischenBrüder in Bosnien steigerte die Entfremdung. Um die österreichischeBevormundung abzuschütteln, suchte Serbien im 1. Balkankrieg einenWeg nach dem Meere. Die militärischen Erfolge des jungenBalkanstaates waren für Westeuropa die größte Überraschung, Dasbis jetzt verachtete Serbien wurde nun mit ganz anderen Augenbetrachtet. Fieberhaft verfolgten die österreichischen Südslavenden Ausgang des Ringens; die großserbischen Gelüste fanden guteNahrung. Mit Schrecken sahen die leitenden Kreise der Donau-monarchie die serbische Gefahr. Auf Drängen Österreichs und