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Geschichtslehrmittel für Sekundarschulen / von Robert Wirz ; in Verbindung mit H. Gubler
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Mit grauendem Morgen zogen die Russen gegen das Urnerloch,das nicht besetzt war. Von da führte die Straße über einen steilenAbhang zur Teufelsbrücke hinab. Die Franzosen hatten den erstenBogen derselben gesprengt und sich jenseits des Flusses aufgestellt.Von hier aus beschossen sie den auf der Straße herabkommendenFeind mit einem mörderischen Feuer. Mit dem Tosen der Wassermischte sich das Knallen der Gewehre, der Donner der Kanonen,das Geschrei der Kriegswut, das Stöhnen der Verwundeten. Aberfür die Russen gab es kein Zurückweichen; auf dem engen Wegzwischen dem Felsen und der Tiefe wurden ihre Massen in ein-ander geschoben und zusammengedrängt; um so verderblicher wardie Wirkung des feindlichen Feuers. Da stiegen kühne und beherzteMänner inmitten des Kugelregens die 15 m hohe Uferwand hin-unter und wateten durch die Reuß. Das eiskalte Wasser reichteihnen bis unter die Arme. Die Fluten rissen viele mit, andere fielenunter den feindlichen Kugeln. Aber immer größer wurde die Zahlderer, die endlich das feindliche Ufer erreichten, sodaß die Fran-zosen schließlich vertrieben werden konnten. Die Russen warenMeister der Brücke und stellten den zerstörten Bogen wieder her.Mit ihren Schärpen banden die Offiziere die Balken zusammen;der Marsch konnte weitergesetzt werden. Nach Wieland und andern.

61. An der Beresina.

Ein Schweizer erzählt, wie er mit einem Knäblein den Rückzug von Mos-kau mitmachte:

Auf einmal kamen wir in ein wildes Gedränge; alles staute sichund stieß. Wir waren an ein breites Wasser geraten; über dasmußten wir weg. Man hatte zwei Brücken geschlagen. Wir sahensie wohl von der Höhe herab; sie glichen zwei dunklen, schmalenBrettern, und wir sagten uns alle:Wer nicht über eines der beidenBretter kommt, der verhungert hier oder wird erstochen oder er-friert. Es kam eine grausame Angst über uns, und wir stürztenwie wilde Tiere auf die Brücken los. Es kam mir der Gedanke,den Knaben von mir zu werfen. Aber ich konnte es nicht erwäre ja zertreten worden, und ich hätte ein unschuldiges Leben imSchuldbuch gehabt.In Gottes Namen! sagte ich und fing an zudrängen wie die andern. Der Kleine schrie mir im Arm bei demStoßen und Treiben, und ich schrie mit ihm wie ein Tier und machtemir einen Weg. Das war eine Arbeit! Ich war trotz der Kälte in