61 —
Darum starb er in unendlicher Liebe vor allein für unsam Kreuze, um dem himmlischen Vater für unsere Be-leidigungen genugzuthun.
2. Die Kirche. Damit aber die Gnade seiner Erlösungauch thatsächlich allen Menschen nach ihm bis zum Ende derZeiten zukomme, stiftete er zugleich eine wunderbare Heilsan-stalt auf Erden, die Kirche. Es geschah dies, indem erApostel und Jünger um sich sammelte und ihnen den Auf-trag gab, in alle Welt zu gehen, zu lehren und zu taufen,und überhaupt sein Reich auf Erden zu leiten und zu führen.
3. Das Pfingstfest. Vollendet wurde die Gründungam Psingstfeste des Jahres 33; denn da stieg der hl.Geist auf die Apostel herab, und durch sie auf ihre Nach-folger, um sie einzuführen in alle Wahrheit bis zur Wieder-kunft Christi am Ende der Tage, sie vor allem Irrtum, vorallen Gefahren, vor dem Untergänge zu bewahren und zubeschützen.
b) Die erste Ausbreitung.
1. Im Morgenlande. Naturgemäß wurde das Christeu-tum zuerst im Lande der Juden, d. h. in Palästina ver-kündet. Je mehr es aber bereits hier auf Widerstand stieß,und seine Anhänger verfolgt wurden (Stephnnus, Jakobus, Petrusund Johannes), um so mehr wurde der christliche Same auchin den Nachbarländern Syrien, Kleinasien und demangrenzenden Afrika ausgestreut.
2. Im Abendlande. Endlich brachte Paulus das Evan-gelium nach Griechenland und Petrus nach Rom. Da-bei kam der neuen Lehre die eben erlangte Einheit undEinigkeit des römischen Reiches unter einem Herrscher,und unter den nämlichen Gesetzen und Gebräuchen nicht wenigzu statten. Ja, so sehr schritt die Verbreiturig des Evangeliumsbald voran, daß Tertullian, ein Kirchenschriftsteller ausAfrika, schon im dritten Jahrhundert ausrufen konnte: „Wirsind erst von gestern, und doch erfüllen wir schon eure Städte,eure Inseln, Kastelle und Dörfer, eure Heere, Lager und Völ-kerschaften. Unsere Anhänger sind in der Volksversammlung,in den Palästen, im Senat, unter den Richtern."