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2. Volksbildung. Der Schulbesuch in der Schweiz ist obligatorisch.Das Schulwesen ist den Kantonen überlassen ; doch haben dieselben lautBundesverfassung für den notwendigen Unterricht zu sorgen. Die Schul-zeit beträgt 8—9 Jahre. Neben der Primarschul e dienen zur weiter»Ausbildung die Real- und Sekundär- oder B e z i r k s s ch n l e n.Für die wissensdurstige Jugend besitzt überdies fast jeder Kanton seineeigene K a n t o n s s ch u l e; auch unterhalten noch mehrere Klöster, wieEinsiedeln, Engelberg, Staus und Tarnen, ihre besonderen Gymnasien.Für die weibliche Jugend sorgen teils die nämlichen Real- und Sekundär-schulen, teils eine Reihe von Instituten. Zur Heranbildung derLehrerschaft unterhält abermals fast jeder Kanton sein eigenes Lehre r-s e m i n a r. Um die jungen Leute vor ihrem Eintritte ins öffentlicheLeben nochmals zur geistigen Ausbildung anzuregen, bestehen überdiesnoch die sogenanten Rekrutenprüfunge n, bei denen speziell im Lesen,Aufsatz, Rechnen und in der Baterlandsknnde geprüft wird. Im Jahre1895 besuchten 463,600 Kinder bei 9500 Lehrern die Primärschule und30,000 Kinder bei 2000 Lehrern die Sekundärschule.
3. Die Künste. Malerei, Skulptur, die Dichtkunst und der Ge-sang wandten sich in der Schweiz hauptsächlich vaterländischen Stoffen undErinnerungen zu. So wurde zu Ehren des Schultheißen Wengi 1813bei Solothurn der Wengistein errichtet. DasLöwendenkmal (1821)in Lnzern haben wir in der Revolutionsgeschichte erwähnt. Im Jahre1822 wurde ein Obelisk auf dem Kampfplätze bei Murteil, 1825 eineEhrensäule und 1872 ein kunstreiches Denkmal bei St. Jakob an derB i r s errichtet.
Der Berner Rudolf Wyß schuf das herrliche: „Rufst du meinVaterland," der Urner P. Alberik Zwissig aus .der Mehrerau denherrlichen Schweizerpsalm: „Trittst im Morgenrot daher" und I. Greithvon St. Gallen (Rapperswil) das unsterbliche: „Von ferne sei herzlichgegrüßet" (gedichtet von dem Luzerner Krau er), „Ich bin ein Schweizer-knabe" und „Kennt ihr das Land."
Als Volksschriststeller erwarb sich einen ausgezeichneten Ruhm weitüber die Grenzen des Schweizerlandes Jeremias Gotthelf (AlbertBitzius), geb. den 4. Oktober 1797 zu Mnrten in Freibnrg, gest. den22. Oktober 1854 als Protest. Pfarrer zu Lützelflüh im Emmenthal.(Vergl. „Uli der Knecht"; „Uli der Pächter", „Leiden und Freuden einesSchulmeisters" rc.); als Dichter der Benediktinerpater Galt Morel ausEinsiedeln, als Baumeister I. Müller von Wil, Kt. St. Gallen, alsMaler Ludwig Vogel von Zürich, Martin Distelivon Ölten, ArnoldBöcklin aus Basel und speziell für kirchliche Zwecke Paul Deschwan-den aus Staus.
Der Pflege der heimischen Künste und Wissenschaften soll auch inerster Linie das großartige L a » d e s ni u s e n m diene», das am 25. Juni1898 in Zürich eröffnet worden ist.
o) Handel und Verkehr.
I. Verkehrswege. Hier verdient wohl vor allem Erwähnung dasgewaltige Eisenbahnnetz, das heute die Schweiz nach allen Seiten überBerg und Thal durchkreuzt. Die erste Eiscnbahnstrecke in der Schweizwurde im Jahre 1847 zwischen Zürich und Baden eröffnet. Die Neu-