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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / von Wilhelm Oechsli
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Krankheit griff das Mönchstum von Ägypten aus um sich.Selbst Frauen entsagten der Welt und lebten als Nonnenin Klöstern vereint. Audi ins Abendland drang das Mönchstumund fand hier einen Gesetzgeber in dem heiligen Benedictusvon Nursia. Dieser stellte für ein italienisches Kloster,dessen Abt er war, eine feste Regel auf, welche die Mönchezu dem feierlichen Gelübde der Armut, Ehelosigkeit und desGehorsams verpflichtete und gebot, daß mit den frommenÜbungen nützliche Arbeiten abwechseln sollten. Diese Regelwurde von den meisten Klöstern im Abendlande angenommenund es entstand dadurch der Mönchsorden der Bene-diktiner. Diese alten Klöster erwarben sich mannigfacheVerdienste. Sie waren in der hereinbrechenden Verwilderungbeinahe die einzigen Zufluchtstätten für Kunst und Wissen-schaft. Was wir von den Werken der Alten besitzen, ver-danken wir meist der Tätigkeit emsiger Mönche, die Ab-schriften davon verfertigten und in ihren Bibliotheken auf-bewahrten. Sie kümmerten sich um Erziehung und Unterricht,aus ihnen gingen die unermüdlichen Glaubensboten hervor?die mit der Lehre vom Kreuze zugleich den Samen höhererGesittung ausstreuten. Mitten unter den Wilden erhoben sichKlöster, deren Insassen Gottesdienst und Schule hielten, aberauch Urwälder lichteten, Moräste trockneten und Einöden inliebliche Gelände verwandelten. Manches ist der Keim einerblühenden Stadt geworden. So hat das Mönchstum zu seinerZeit viel Gutes gestiftet und segensreich gewirkt.

§ 28. Die Völkerwanderung.

1. Die alten Deutschen. — Obwohl die Römer ihrReich stolz ohne weiteres den „Erdkreis“ nannten, so gab esdoch selbst in Europa große Völker, die ihre Selbständig-keit behauptet hatten. So vor allem die Germanen oderalten Deutschen, die ostwärts vom Rheine und nördlichvon der Donau ihre Sitze hatten. Deutschland war damals. viel rauher und unwirtlicher als heutzutage. Urwälder, in

um 500n. Chr.