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der „Gottesgeißel“, wie die Völker den Attila nannten, durchGeschenke von sich abzuwenden, aber vergeblich. Mit einemungeheuren Heere rückte er die Donau aufwärts und brachüber den Ehein in Gallien ein, alles weit und breit verheerend.Da gelang es Aetius, dem letzten großen Feldherrn Eoms,die deutschen Stämme in Gallien, die Westgoten, Franken undBurgunder, zu gemeinsamem Kampfe mit den Eömern gegendie asiatischen Horden zu vereinigen. In der Nähe der Stadt451 n. Chr. Troyes an der oberen Seine kam es zur Schlacht. Fast alleVölker Europas stritten hier widereinander. Bis in die Nachttobte der grimmige Kampf; dann zogen sich beide Heerenach schrecklichen Verlusten in ihre Wagenburg zurück. KeinTeil wußte, wer eigentlich gesiegt habe. Am folgendenMorgen waren Eömer und Germanen bereit, die Blutarbeitzu erneuern. Auch Attila ließ die Trompeten blasen, aberer wagte nicht, aus seinem Lager herauszukommen, und er-klärte sich damit selbst für geschlagen. Die Sieger ließenihn ungestört mit den Überbleibseln seines Heeres nach Ungarnabziehen. Schon das nächste Jahr erschien er mit neuenTruppenmassen in Italien und verwüstete das Land in ent-setzlicher Weise. Damals wurde von Flüchtlingen auf denInseln an der Küste des Adriatischen Meeres der Grund zuder nachmals so berühmten Stadt Venedig gelegt. Schondrohte Attila Rom mit Zerstörung; da entschloß er sich miteinem Male zur Umkehr und starb bald darauf eines plötz-lichen Todes. Mit seinem Tode zerfiel sein Reich so schnell,als es entstanden war, die unterjochten Völker machten sichfrei, und die Hunnen verschwanden sozusagen spurlosunter den Nomadenstämmen Osteuropas.
8. Odovakar König von Italien (476 n. Chr.) —Zwei Jahrzehnte später brach auch das weströmische Reich,das freilich außer Italien wenig mehr umfaßte, rühmloszusammen. Da die Einwohner desselben zum Kriege immeruntüchtiger wurden, waren die Kaiser genötigt, ihre Heereaus Barbaren zu bilden, namentlich aus Germanen, diescharenweise über die Alpen kamen, um in römischen