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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / von Wilhelm Oechsli
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Hunnen ähnliches Räubervolk, das vom Uralgebirge her-gekommen war und seit dem Ende des 9. Jahrhunderts mitseinen ungeheuren Reiterschwärmen Deutschland und Italienunaufhörlich heimsuchte. Unter solch traurigen Umständen

911 erlosch das Geschlecht Karls des Großen 911 in Deutsch-land, während es in Frankreich noch bis 987 fortdauerte.

987 Dann riß hier Hugo Cap et, ein Herzog, der seinen Sitzin Paris hatte, die Krone an sich. Von ihm stammen alleKönige ab, die bis ins 19. Jahrhundert hinein Frankreichregiert haben.

§ 27. Das römisch-deutsche Kaiserreich.

1. Konrad I. und Heinrich I. — Nach dem Aus-sterben der deutschen Karolinger traten die geistlichen undweltlichen Großen des ostfränkischen Reiches zusammen und

912 wählten Konrad, den Herzog der Franken, zum Könige.Konrad I. ließ es an Bemühungen, Ordnung im Reiche her-zustellen, nicht fehlen; aber das Glück war ihm nirgendshold. Er vermochte weder die trotzigeu Herzoge zum Ge-horsam zu zwingen, noch den Einfällen der Ungarn Einhaltzu tun. Als ihn der Kummer aufs Totenbett warf, empfahler in hochherziger Selbstverleugnung seinem Bruder Eberhardund den fränkischen Großen, seinen mächtigsten Gegner, denSachsenherzog Heinrich, zum Könige zu wählen, weil nurder imstande sei, das Reich zu retten, und sie folgten seinem

919 Rate. So ging die Leitung des ostfränkischen oder, wie manvon jetzt an gewöhnlich sagt, des deutschen Reiches vonden Franken auf die Sachsen über. Heinrich I. war einHerrscher, in dem sich Kraft und Klugheit in seltener Weisepaarten. Halb durch Güte, halb durch Waffengewalt brachteer die stolzen Herzoge dahin, daß sie sich ihm unterwarfen,und stellte so die Einheit des Reiches wieder her. Von denUngarn erkaufte er sich durch Zahlung eines jährlichenTributs einen neunjährigen Waffenstillstand, aber nur umsich während desselben auf den Kampf mit ihnen gehörig