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Zeit jene riesigen, himmelanstrebenden Dome oder Münsterempor, die noch heute die Zierde und der Stolz so mancherStadt sind (Dome zu St. Denis, Paris, Reims, Rouen, Amiens,Freiburg, Straßburg, Köln, Mailand u. v. a.). Der merk-würdigste Beweis aber für die unglaubliche Macht, welchedie Kirche in diesem Zeitalter auf die Gemüter der Menschenausübte, sind die auf Anregung der Päpste unternommenenKreuzzüge ins Morgenland, in welchen Millionen Gut undBlut dran setzten, das heilige Grab von der Herrschaft derMohammedaner zu befreien.
§ 29. Das Rittertum und die Kreuzzüge.
1. Das Lehenswesen. —Noch zu Karls des GroßenZeit hatte der Grundsatz gegolten, daß jeder freie Mannzum Kriegsdienst verpflichtet sei. Der freie Bauer hatte,wenn der Graf ihn aufbot, vom Pfluge weg zum Heere desKaisers eilen und als Fußsoldat dienen müssen. Aber schondamals hatte im Heerwesen eine Umwandlung begonnen, dieimmer weiter ging und zuletzt zur Folge hatte, daß sichein besonderer Kriegeradel vom Volke ausschied. Die Königeund Heerführer gewannen allmählich die Ansicht, daß einestarke Reiterei die Hauptsache im Kriege sei; sie zogenein kleines Heer von gepanzerten Reitern einem großenFußheer vor. Der gewöhnliche freie Bauer war aber wederreich genug, um Schlachtrosse zu halten, noch hatte er dienötige Zeit und Muße, sich in der Handhabung der schwerenWaffen zu üben. Daher hörte die allgemeine Wehrpflichtauf. Der Bauer zahlte erhöhte Abgaben und blieb dafür zuHause. Der Kriegsdienst wurde zum Vorrecht einer be-sondern Klasse von Leuten, die aus dem Reiterdienst ihrenLebensberuf machten und daher Ritter genannt wurden.Die Mittel zum Unterhalt gewährte den Rittern das Lehens-oder Feudalwesen. Die Herrscher fesselten nämlich die-jenigen, die imstande waren, sich dem Reiterdienst zu widmen,enger an sich, indem sie dieselben gewissermaßen ständig