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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / von Wilhelm Oechsli
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dem Urban II. das Abendland zur Eroberung des heiligenGrabes unter die Waffen gerufen, waren die letzten christ-lichen Besitzungen aus Palästina verschwunden.

7. Die geistlichen Ritterorden. — Wenn dieChristen sich überhaupt so lang im Morgenland hatten be-haupten können, war das nur den drei geistlichen Ritter-orden der Tempelherren, Johanniter und Deutsch-herren zu verdanken, die während der Kreuzzüge ent-standen waren und eine Art stehendes Heer in Palästinabildeten. In diesen Orden verband sich das Mönchstum mitdem Rittertum. Wie die Mönche, legten die Ordensritter dieGelübde der Ehelosigkeit, Armut und des Gehorsams ab,fügten aber ein viertes hinzu, das des Kampfes für die Pilgerund die heiligen Stätten. An der Spitze jedes Ordens standein Groß- oder Hochmeister. Bald gewannen diese Ordenhohes Ansehen. Angehörige der edelsten Geschlechter tratenihnen bei, und wie den Mönchsorden, flössen auch ihnenSchenkungen und Vermächtnisse in reichem Maße zu. Aberbei aller Tapferkeit vermochten auch diese geistlichen Ritterihren Posten nicht auf die Dauer zu behaupten. Als ihreletzte Feste in Palästina verloren ging, zogen sich die 1291Tempelherren nach Frankreich zurück, wo ihr Orden baldaufgehoben wurde. Die Johanniter siedelten nach der InselRhodus über, wo sie zwei Jahrhunderte blieben, und als

sie auch diese Insel den Türken überlassen mußten, nachMalta, wo sie sich bis zur Zeit Napoleons behaupteten.

Der Deutschorden fand eine neue Heimat in Preußen,dem Land zu beiden Seiten der untern Weichsel, das er inharten Kämpfen den heidnischen Einwohnern entriß und mitDeutschen besiedelte.

8. Folgen der Kreuzzüge. — Man hat berechnet,daß die Kreuzzüge dem Abendlande sieben Millionen Menschen-leben gekostet haben, und doch wurde ihr eigentlicher Zwecknicht erreicht. Aber trotz dieser ungeheuren, scheinbar ver-geblich gebrachten Opfer haben die Kreuzzüge segensreichgewirkt. Einmal hielten sie das Vordringen der Türken nach