Buch 
Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / von Wilhelm Oechsli
Entstehung
Seite
166
JPEG-Download
 

166

d. h. möglichst umfangreiche erbliche Fürstentümer an ihreFamilie zu bringen.

2. Rudolf von Hahsburg (1273—1291). — Dererste, dem die Gründung einer solchen Hausmacht gelang,

273-1291 war Rudolf von Habshurg. Mit rühmenswerter Tatkraftsuchte dieser kluge und unermüdliche Herrscher dem wüstenFaustrechtszustand im Reiche abzuhelfen. Mancher frecheRaubritter erfuhr die Stärke seines Armes, und dies, sowiesein schlichtes, leutseliges Wesen erwarb ihm ein unver-gängliches Andenken im Volke. Vor allem aber hatte er diedauernde Erhöhung seines Hauses im Auge, wozu ihm derTrotz eines Großen treffliche Gelegenheit bot. Der mächtigeBöhmenkönig Ottokar, der während des Interregnums auchdie Herzogtümer Oesterreich, Steiermark, Kärntenund Krain an sich gerissen hatte, weigerte sich, Rudolfals König die Huldigung zu leisten. Rudolf erklärte ihn des-

1278 halb in die Reichsacht und besiegte ihn 1278 mit Hilfe desKönigs von Ungarn in einer ^großen Schlacht auf demMarchfelde (nordöstlich von Wien), in welcher Ottokarselber den Tod fand. Böhmen behielt Ottokars Sohn. Dieösterreichischen Lande dagegen gab Rudolf seinen eigenenSöhnen zu Lehen und legte damit den Grund zur habs-burgisch-österreichischen Monarchie. Mochte nun auchdie Königskrone wieder in andere Hände übergehen, alserbliche Herzoge von Oesterreich zählten die Habsburger, dievorher als bloße Grafen hinter manchem andern Hause weitzurückgestanden waren, fortan zu den mächtigsten Fürstendes Reiches.

3. Adolf von Nassau (f 1298), Alb recht (f 1308)und Heinrich VII. (f 1313). — Gerade dies bewog aberdie Kurfürsten, nach Rudolfs Tod nicht dessen Sohn Albreclit,den Herzog von Oesterreich, sondern wieder einen bloßen

1292 Grafen, Adolf von Nassau, auf den Thron zu erheben.Denn je machtloser der König war, desto unabhängigerwaren sie. Da jedoch Adolf das Beispiel seines Vorgängersnachahmte und sich ebenfalls eine Hausmacht zu schaffen