1315 Herzog Leopold, am Morgarten eine schwere Nieder-lage befrachten. Sieben Jahre später glückte es Ludwig,1322 seinen Gegner Friedrich den Schönen selber gefangen zunehmen. Aber noch immer setzten dessen Anhänger denKampf fort, und der Papst, dem die Zwietracht unter denDeutschen willkommen war. sprach den Bann gegen Ludwigaus. Da schenkte dieser dem gefangenen Habsburger dieFreiheit unter der Bedingung, daß er der Krone entsage und,wenn er seine Anhänger nicht zum Frieden bringe, in dieGefangenschaft zurückkehre. Umsonst bemühte sich Friedrichder Schöne, seinen Bruder, den trotzigen Leopold, zur Unter-werfung unter den Bayer zu bringen. Da stellte sich derritterliche Mann, obgleich ihn der Papst zum Wortbruch zuverleiten suchte, wieder als Gefangener. Ludwig aber hieltihn als einen Freund und teilte die Regierung mit ihm. NachFriedrichs Tode blieb der Bayer Alleinherrscher und wußte1347 sich trotz der päpstlichen Bannflüche bis an sein Lebensendezu behaupten.
5. Die luxemburgischen Kaiser (1347—1437). DieHabsburger. — Ludwig des Bayers Nachfolger, K a r 11V.,war wieder ein Luxemburger, der Enkel Heinrichs VII.;doch kümmerte er sich weit mehr um sein Erbland, dasKönigreich Böhmen, als um das Reich. Ihm folgten seinebeiden Söhne, zuerst der faule Wenzel, ein kläglicher Fürst,gegen den mehrere Gegenkönige aufgestellt wurden, undhernach Sigmund, mit welchem das luxemburgisch-böhmische1437 Haus 1487 ausstarb. Jetzt wanderte die Kaiserkrone wiederan die Habsburger, unter denen Friedrich III. (1440—1498)und sein Sohn Maximilian (1493—1519) zu erwähnen sind.Fortan blieb die Kaiserkrone beim österreichischen Herrscher-hause fast ununterbrochen bis ans Ende „des heiligen römischenReiches deutscher Nation“. Freilich war sie wenig mehr alseine bloße Zierde. Die habsburgischen Kaiser zogen ihreKraft nicht sowohl aus dem Reich, als vielmehr aus ihrenErblanden, die sie durch Heiraten und andere Mittel geschicktzu vermehren wußten.