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schickte. Mt einem großen Heere, zu dem Abenteurer ausganz Frankreich strömten, setzte der Normanne auf 700
1066 Schiffen über den Kanal und landete an der englischen Küste,ohne daß die Angelsachsen es zu hindern vermochten. Haraldzog mit seinem Heere herbei, und in der Nähe von Hastingskam es zur Schlacht. Vom Morgen bis zum Abend dauerte derKampf. Tapfer hielten die Angelsachsen stand, bis Haraldvon einem Pfeilschuß tödlich verwundet niedersank. Jetztlösten sich ihre Reihen auf und der Normanne gewann denheiß bestrittenen Sieg. Das ganze Land wurde zur Unter-werfung gezwungen. Unzählige Angelsachsen trieb der harteEroberer von Haus und Hof und gab die so gewonnenenGüter seinen Kriegern zu Lehen. Die französischen Ein-dringlinge bildeten fortan den englischen Adel, und das Fran-zösische war lange Zeit die Sprache des Hofes und der Vor-nehmen. Erst nach Jahrhunderten wuchsen Eroberer undEroberte zn einem Volk zusammen, den heutigen Engländern,und bildete sich aus dem Angelsächsischen und Französischenjene Mischsprache, die wir heute als Englisch kennen.
2. Die Jungfrau von Orleans (1429—1431). —Einige Jahrhunderte später drohte der umgekehrte Fall ein-zutreten, die Eroberung Fr an kr eich s durch die Engländer.
1328 Als 1328 die gerade Linie der Oapetinger erlosch, erhob einenglischer König Ansprüche auf den französischen Thron,und es entspann sich daraus ein Krieg, der fast ohne Unter-brechung über ein Jahrhundert dauerte. Durch eine neueKampfweise brachten die Engländer den Franzosen wieder-holt furchtbare Niederlagen bei. Ihre Hauptstärke bestandnämlich weniger in Rittern, wie dies bei den Franzosen derFall war, als in Fußsoldaten, die, mit gewaltigen, stählernenBogen bewaffnet, meterlange Pfeile versandten, denen keineRüstung widerstand. Schließlich wurde fast ganz Frankreichvon den Engländern erobert; sogar Paris geriet in ihreHände. Dem französischen König Karl VII., der sich nichteinmal nach alter Sitte in Reims hatte krönen können, bliebnur noch eine größere Stadt, Orleans, und auch diese