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Wärme, sogenannte Zwischeneiszeiten, unterbrochen. Nashörner, riesigeElefantenarten, Renntiere und allerhand Höhlenraubtiere waren beiuns heimisch. Die Reste des Menschen selbst, unter welchen die zuerst(1856) bekannt gewordenen aus dem Neandertal bei Düsseldorfgroßes Aufsehen erregten, zeugen von plumper, kräftiger Körperbildungund verhältnismäßig kleinem Gehirn. Doch entwickelte sich dies Ge-schöpf allmählich zu feineren Formen und unterscheidet sich schon amEnde der Eiszeit nicht mehr stark von den heutigen Vertretern seinerArt. Der eiszeitliche Mensch ernährte sich ausschließlich von wild-wachsenden Pflanzen und Früchten und von der Jagdbeute. In kleinenHorden lebte er auf freien Lagerplätzen, unter zeltartigen Schutzdächern,überhängenden Felswänden oder in Höhlen. Ackerbau und Töpfereiwaren unbekannt; kein Tier war gezähmt, nicht einmal der Hund. DieJagd betrieb man anfangs hauptsächlich mit Fallgruben, weil wirk-same Angriffswaffen noch fehlten. Aus dem gleichen Grunde werdenbeim Raubwilde die Skelettreste von jugendlichen Tieren, denen leichterbeizukommen war, so auffallend überwiegen. In Wärmezeiten stießder Weidmann bis hoch hinauf ins Gebirge vor, um den Höhlenbärenzu erlegen; sind doch in einigen Höhlen des St. Galler Berglandes ge-waltige Mengen von Knochen dieses Tieres entdeckt worden, zum Teilin Steinkisten sauber aufgeschichtet. Das Hauptwerkzeug war ursprüng-lich der aus hartem Feuersteinknollen roh herausgehauene Faustkeil,der gleichzeitig zum Stechen, Bohren, Schneiden, Schaben und Häm-mern dienen mußte. An seine Stelle traten langsam verfeinerte Einzel-werkzeuge und Waffen, für deren Anfertigung neben Stein auch schonKnochen und Renntiergeweih benützt wurden. Ob die bereits für jeneZeiten nachgewiesene Kenntnis und Dienstbarmachung des Feuers mitder Bearbeitung des funkensprühenden Gesteins im Zusammenhangstehe, läßt sich schwer entscheiden. Frühestes Kleidungsstück war gewißdas Tierfell; doch zeigen bildliche Darstellungen auch schon fort-geschrittene Trachten wie Stiefel und Rock. Zahlreiche Schmuckgegen-stände und Zierketten aus Zähnen, Muscheln und Schnecken sind gefundenworden, und wenn man den Toten Rötel und andere Farbstoffe mitins Grab gab, so wird das mit dem Brauche zusammenhangen, denKörper zu schminken. Überhaupt besaßen die Menschen wenigstens derspäteren Altsteinzeit entschieden eine künstlerische Ader. Menschen-und Tiergestalten bildeten sie in Stein und Mammut-Elfenbein nachund schnitzten sie sogar als Bestandteile von Geräten, was den Anfang