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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für höhere Schulen und zum Selbstunterricht / von Wilhelm Oechsli. Bd. 1 / Urzeit und Altertum
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ein übrigens siegreiches Treffen wagte. Dem Manlius erlagen dieAufständischen 338. Jetzt löste Rom den latinischen Bund auf, indemes alle Abmachungen zwischen seinen Gliedern für nichtig erklärte.Statt dessen schloß es mit jeder einzelnen Gemeinde einen Sonder-vertrag, der keine Erniedrigung gegenüber früher bedeutete. Aufdiese Weise verschmolzen Rom und Latium allmählich zu einem un-gemein festen Gesüge, das die wildesten Kriegsstürme nicht mehr zuerschüttern vermochten. Interessant ist die Tatsache, daß genau zugleicher Zeit, als im Osten die Kultur der bei Chäroiwa geschlagenenHellenen ihren Siegeszug antrat (S. 150), im Westen »ach der militä-rischen Überwindung der Latiner lateinische Sprache und lateinischesVolkstum den ersten Schritt zu ihrem Weltruhm taten. Sogar dasstarke Kapua, der Mittelpunkt der reichen kampanischen Landschaft,suchte nun Rechts- und Ehegemeinschast mit Rom, verzichtete auf eineeigene auswärtige Politik, ließ, wie Latium, seine Legionen an derSeite der römischen fechten und setzte Roms Namen auf seine Münzen.Als lebendige Erinnerung an jene Kämpfe schmückten die Schiffs-schnäbel (rosten), welche die Römer den Galeeren der volskischen See-stadt Antium abgenommen, fortan die Rednerbühne aus dem Marktplatzder Hauptstadt.

2. Der erste Samnitenkrieg (326304). Das Übergreifender Römer nach Kampanien versetzte ihrem Bündnis mit den Sam-niten einen tötlichen Schlag, weil diese sich dadurch in der Ver-wirklichung ihrer eigenen Erobernngspläne beeinträchtigt sahen. Derbeidseitige Wunsch, die Griechenstadt Neapel zu besitzen, führte sogarzu einem langwierigen Krieg,der den Römern schwere Stunden bereitete.Denn die Samniten waren ein abgehärtetes, freiheitsliebendes Berg-volk, das dem Gegner an kriegerischer Tüchtigkeit nichts nachgab undihn an Zahl und Gebiet übertraf. Doch fehlte ihnen die straffe Ein-heit des römischen Staates; sie zerfielen in eine Menge kleiner, voneinander unabhängiger Kantone, die sich nicht immer gehörig unter-stützten und keiner gemeinsamen Regierung gehorchten. Rom schicktegegen sie den Diktator Papirius Cursor ins Feld. Dieser wähltezu seinem Reiterkommandanten den Patrizier Fabius Rullianus,einen gleichfalls tüchtigen Führer, der aber der Härte und unerbittlichstrengen Dienstauffassung seines Vorgesetzten bald nicht mehr genügteund abgesetzt wurde. Über die Ereignisse der ersten Kriegsjahre istwenig Sicheres bekannt. Die Römer machten wohl mehrmals Einfälle