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Alpen an. Mühsam und unter beständigen Gefechten mit den wildenBergbewohnern ging es durchs Tal der Jsöre und vielleicht derMaurienne aufwärts, dann sehr wahrscheinlich über den Mt. Cenisoder einen seiner Nachbarpässe. Oben aus der eisigen Höhe gönnte derFeldherr seinen erschöpften Afrikanern und Spaniern einige Tage Rastund sprach ihnen Mut ein, indem er sie auf die vor ihnen liegendenreichen Gefilde Italiens hinwies. Aber noch viel schwieriger war derAbstieg. Auf dem frisch gefallenen Schnee glitten Menschen und Tierein die Abgründe, Lawinen donnerten nieder, und nur unter den furcht-barsten Anstrengungen konnte für Elefanten und Pferde Bahn durchSchnee und Eis gebrochen werden. Endlich kam man ins Tal, nach-dem der ganze Übergang 14 Tage gedauert. Mehr als die Hälfte desHeeres war den Gefechten, der Kälte, den Gefahren des Weges erlegen,und nur die unermüdliche Umsicht Hannibals hatte es vor gänzlicherVernichtung gerettetWenn er auf die geknechteten Gallier in derPoebene rechnete, so täuschte er sich nicht, obwohl vorerst die meistenaus Furcht noch nicht offen zu ihm abfielen.
Zum Glück für Hannibal hatten die Römer seinen Plan erst er-kannt, als er bereits an der Rhone stand. Der Konsul PubliusScipio, der auf dem Wege nach Spanien schon bis Marseille gekommenwar, schickte hierauf seinen Bruder Gnäus mit dem größern Teiledes Heeres weiter, er selber kehrte schleunigst nach Oberitalien zurückund raffte zusammen, was dort an Truppen lag. Dann eilte er mitseiner ganzen Reiterei dem Feind entgegen, um dessen Stärke zu reko-gnoszieren. Unweit der Mündung des Tessin stieß er aus den Punier,der gleichfalls mit der Kavallerie auf Kundschaft ausgezogen war, undes entspann sich zwischen ihnen ein Gefecht, in welchem die Römer denKürzern zogen. Publius Scipio wurde selbst schwer verwundet undwar nahe daran, gefangen zu werden, als ihn sein erst 17 jährigerSohn gleichen Namens heraushieb. Während Hannibal hierauf überden Po setzte, kam der andere Konsul Sempronius mit den ursprüng-lich nach Afrika bestimmten Truppen nach Oberitalien und vereinte sichmit Scipio, welcher nahe der Feste Placentia (Piacenza) hinter dervon Süden her in den Po sich ergießenden Trebbia ein festes Lagerbezogen hatte. Hannibal wußte den ungeduldigen Sempronius durcheinen Scheinangriff über die hochangeschwollene Trebbia zu locken undbrachte ihm eine schreckliche Niederlage bei. Von 40000 Römern schlug
> Quellenbuch Fl. u. G. I, No. II: Hannibals Alpcnübergang (nach Polybios).