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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für höhere Schulen und zum Selbstunterricht / von Wilhelm Oechsli. Bd. 1 / Urzeit und Altertum
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2. Viriathus. Numantias Fall (133). Spanien, dasseit dem Ende des Hannibalkrieges in zwei Provinzen geteilt war, bliebinfolge des unbändigen Freiheitsdranges seiner Bewohner dauernd dasSchmerzenskind der Römer. Die Willkür der Vögte sorgte dafür, daßfast unaufhörlich Krieg das schöne Land durchtobte. Um die Zeit,da die Römer Karthago belagerten, kämpfte der im jetzigen Portugalwohnende Stamm der Lufitanier um seine Unabhängigkeit, geführtvon Viriathus, einem ehemaligen Hirten, der mit wunderbaremTalent und Glück den feindlichen Legionen acht Jahre lang die Spitzebot. Erst gedungene Meuchelmörder, die den Helden im Schlaf er-dolchten (139), brachten es fertig, daß die Lufitanier sich unterwerfenmußten. Aber noch war der Krieg auf der Halbinsel nicht zu Ende.Eine Stadt im Innern Spaniens, Numantia, unweit der Quelledes Duero, hatte sich, durch die Erfolge des Viriathus ermuntert, er-hoben und setzte den Römern zehn Jahre hindurch einen unbezwiug-lichen Widerstand entgegen. Es gelang den Numantinern sogar, einemrömischen Konsul die Schmach der kaudinifchen Engpässe (S. 192) zubereiten. Durch einen Friedeusvertrag, den die verantwortlichen Offizierefeierlich beschworen, wurde das gefangene Heer gerettet; aber derSenat verweigerte die Genehmigung und befahl die Fortsetzung desKampfes. Doch nahm dieser erst eine andere Wendung, als der ZerstörerKarthagos den Oberbefehl erhielt. Scipio Ämilianus gewöhntedie ganz entarteten Soldaten wieder an strenge Mannszucht; dannschloß er die Stadt mit Wall und Graben vollständig ein. So konnteder Hunger das weitere besorgen. Als das Heldenvölklein aufs Äußerstegetrieben war, töteten sich die meisten selber, der Rest wurde in dieSklaverei verkauft und die Stadt dem Erdboden gleichgemacht. Damitwar Spanien bis auf wenige Bergstämme im Norden bezwungen.

s) Die Hellenisicrung Roms.

1. Äußerer Aufschwung. Seit dem 3. Jahrhundert v. Chr.nahmen die Stadt Rom und ihre Bewohner entsprechend dem Macht-zuwachs mehr und mehr weltmännischen Charakter an. Das Handwerkverzweigte sich stark, der Kaufmannsgei st entfaltete sich geradezuunheimlich. Zahllose römische Geschäftsleute waren alsbald in allerWelt zu treffen. Ausführen ließen sich zwar aus Italien nur Öl undWein, diese aber mit hohem Gewinn. Eine viel größere Rolle spielte die

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