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höhere Würden bekleidet hatten, in Amtstracht mit aufgeführt werdendurften. Dadurch wurde die ruhmvolle Vergangenheit des Hauses unddie im Laufe von Generationen erworbene Fähigkeit, zu herrschen,immer wieder aller Welt vor Augen gebracht. Gelaugte ausnahms-weise ein Mann nichtsenatorischen Blutes zu Amt und Ehren, so geschahes leicht, daß man ihn als Parvenu (llomo novus) über die Achselansah und nicht ernst nahm. Mag sich die Bürgerschaft der Haupt-stadt und ihrer nächsten Umgebung von Zeit zu Zeit versammelt haben,um die Beschlüsse des Senates verfassungsgemäß zu bestätigen, in Tatund Wahrheit stellte Rom ein ausgesprochen oligarchisches Ge-bilde dar.
Diese Ordnung der Dinge befriedigte, solange in den regieren-den Familien der alte Römersinn lebte. Indessen erlagen gerade dievornehmen Kreise, die ja mit dem Ausland in besonders enge Be-rührung kamen und am ehesten Gelegenheit hatten, die neuen Geld-quellen auf ihre Mühle zu leiten, den Lockungen eines charakterlosenWeltbürgertums zu allererst. Aus der Kriegsbeute sammelte mancher einfürstliches Vermögen. Der unwürdigste Wettlauf nach dem Gold undden Genüssen der neuen Kultur hob an, wobei Recht und Sittlichkeitmehr und mehr mit Füßen getreten wurden Am meisten litten da-bei die Provinzen. Denn die römischen Herren, die dort als Vögtewalteten, überboten einander an schamlosen Untaten und kurzsichtigemRaubbau. Rechtschaffene Statthalter wie Cato bildeten schließlich dieAusnahme. Wohl stand es den geplagten Untertanen frei, ihre Peinigernach Ablauf der Amtsdauer zu verklagen; doch war der Gerichtshof,der solche Vergehen zu beurteilen hatte, aus Senatoren bestellt undverfuhr nach dem Grundsatz, daß eine Krähe der andern nicht die Augenaushacke. Es wurde sogar Sitte, hohe Beamte, die für Spiele undWahlbestechungen riesige Summen ausgegeben, nach Bekleidung derPrätur unter dem Namen Proprätoren und nach dem Konsulat alsProkonsuln in die Provinzen zu schicken mit der stillschweigendenAnnahme, sie konnten dort ihre Kassen wieder füllen. Übrigens hattesich auch die Lage der italischen Bundesgenossen seit dem zweitenpunischen Kriege merklich verschlechtert. Furchtbare Strafe traf die,welche zu Hannibal abgefallen waren. Aber selbst die Treugebliebenen,denen Rom zum guten Teil seine Rettung verdankte, bekamen den
i Quellenbuch Fl. u. G. I, No. 21.: Römisches Parteileben nach den punischen Kriegen(nach Sallust).