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des „Philosophen auf dem Thron", das einzige aus dem Altertum er-haltene bronzene Reiterstandbild.
4. Der Verfall des Reiches unter den Soldatenkaisern(180—284). — Auf Mark Aurel folgte dessen leiblicher Sohn Com-modus, der wie Nero dem Cäsarenwahnsinn verfiel und eine elendeWirtschaft führte, bis er von Höflingen ermordet wurde. Beim Mangelan einer festen Thronfolge maßten sich jetzt wieder die Soldaten dasRecht an, nach ihrem Gefallen Kaiser zu erheben, zunächst die bei Romstehenden Prätorianer. Als ihnen ihr erster Schützling nicht mehr ge-fiel, erschlugen sie ihn nach einer Regierung von drei Monaten undversteigerten hierauf förmlich den Thron an den Meistbietenden. Einreicher Senator kaufte ihn um eine gewaltige Summe; aber nun riefendie Heere in den Provinzen ihre Generäle zu Imperatoren aus, undeinem, dem finsteren, kriegstüchtigen Afrikaner Septimius Severus,gelang es, sich zu behaupten (um 200). Dieser förderte planmäßig dieÜberschwemmung Roms mit Provinzialen und Barbaren. Sein SohnCaracalla ging soweit, im Jahre 212 sämtlichen Gemeindendes Reiches das römische Bürgerrecht zu verleihen, freilich nichtaus Wohlwollen, sondern um durch steuerkräftige Neubürger die leerenKassen füllen zu lassen. Solch kurzsichtige Maßnahmen waren nur einscheinbarer Fortschritt zur Gleichheit und Brüderlichkeit, tatsächlichschufen sie ein kaum mehr übersehbares, geschweige denn lenkbares Chaos,öffneten fremden Einflüssen Tür und Tor, beschleunigten die Verfluchungund Veräußerlichung römisch-hellenischer Kultur und sind darum amUntergang der antiken Welt mit schuld. Jetzt war es möglich, daß einschamloser Kerl wie Elagab al, welcher Priester des syrischen Sonnen-gottes war, sich eine Zeitlang auf dem Throne behauptete und mit denWeibern seiner Verwandtschaft zusammen einen halbsemitisch-orienta-lischen Ton zur Herrschaft brachte. Die Zahl der Leute aus allenHimmelsrichtungen, welche im 8. Jahrhundert Kaiser spielten, ist Legion.Gallienus (um 260) sah nicht weniger als achtzehn Mitbewerber,die das Militär in den verschiedenen Provinzen auf den Schild erhob.Die trostloseste Verwirrung brach an: Bürgerkriege, Einfälle derNachbarn, Hungersnot und Epidemien rafften wohl die Hälfte derBevölkerung dahin. Erst der rohe, aber kampfgewaltige Jllyrier Au-relian (270—278) machte diesem Zustand ein Ende und stellte dieOrdnung vorübergehend wieder her. Doch hielt er es bezeichnender-weise für nötig, die Stadt Rom gegen die Streifzüge der Barbaren