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Unser Robinson : Lesebuch für die Grundschule
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seine Hände, indem ihm die Tränen aus den Augen stürzten, und erbetete, was ihm die gute Mutter einmal gelernt: Herr, der dumir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet' ich kindlich an.Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich singe, und die du heut anmir getan. Lieber Vater im Himmel, du hast mich gerettet! Ichlebe, ich lebe! Wie danke ich dir! Hilf mir auch weiter! Amen!Dann aber dachte er an seine Gefährten vom Schiffe und rief undschrie nach ihnen, aber da gab niemand Antwort. Dann wendete,er sich nach der Insel hin und wollte die Leute rufen, die etwaaus ihr wohnten,' aber alles blieb still. plötzlich fuhr er er-schreckt zusammen. Ls war ihm, als hätte es da in einem Gebüschgeraschelt. Gh, dachte Robinson, hier gibt es wohl wilde Tiere? Wenndie jetzt auf mich losstürzten! Dder Schlangen? Wenn die an michherankämen! Womit kann ich mich wehren? Was habe ich denn?Nichts, gar nichts als meine Kleider auf dem Leibe und mein Leben,das ich aus dem Wasser gerettet habe!

Und zu der großen Angst kam noch etwas Schlimmeres: Hungerund Durst quälten ihn. Er hatte so lange nichts gegessen. Aber alser das Seewasser trinken wollte, mußte er sich erbrechen, so salzigschmeckte es. Da ging die Sonne unter, und die Nacht kam heran. Wiemüde war Robinson! Und doch er hatte kein Nachtlager. Nirgendsein Haus, eine Hütte, eine Höhle. Da fielen ihm die vögel ein.Und er sagte zu sich: Ich will es machen wie sie, will mich aufeinen Baum setzen, bis ich was Besseres habe. Bald fand er einenpassenden Blätterbaum. Schon war er droben. Schon richtete er sichzum Schlafen ein. Aber erst faltete er seine Hände und betete:Lieber Vater im Himmel, ach, du hast mich vom Tode im Meere ge-rettet! Halte deine Augen offen über mir! vergib mir, was ich anmeinen Eltern gesündigt habe! Tröste sie, die um mich weinen! Undschütze mich in dieser dunklen Nacht im fremden Lande! Amen!Dann schlief er ein.

Wieder strahlte die Morgensonne glänzend hernieder, und wiederwar der blaue Himmel über ihn ausgespannt, als er erwachte.Still und friedlich lag das weite Meer. Aber fürchterlich quälte ihn

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