d. h. mit grossen Steinplatten belegt und mit Randsteinen ein-gefasst (Trottoirs). Da die Häuser auf der Strassenseite seltenFenster, gewöhnlich nur wenige Fensteröffnungen besassen, er-schienen sie trotz der zahlreichen An- und Vorbauten ziemlicheinförmig. In diesen Buden und auf der Strasse handeltenKaufleute und Krämer, besonders mit Esswaren und Gewürzen;da lagen Schenkwirte, Köche, Apotheker, sogar Lehrer ihremBerufe ob, wie es heute noch im Morgenlande geschieht. DerVerkehr in den Strassen, das Drängen und Treiben vorn frühenMorgen bis zum späten Abend war daher ungemein lebhaft;denn die Stadt zählte zur Zeit ihrer Blüte I—D/s MillionenEinwohner. Hier strömte alles zusammen, was auf ehrliche oderunehrliche Weise seinen Unterhalt verdienen und das Leben ge-messen wollte. Die Sicherheit war daher keineswegs gross,besonders bei Nacht, wo sich junge, ungezogene Leute oderDiebe und Räuber in den Strassen herumtrieben, die zu alledemnicht einmal beleuchtet waren. Alljährliche Überschwemmungendes Tiber, welche zahlreiche Häusereinstürze und gefährlicheKrankheiten im Gefolge hatten, häufige Feuersbrünste und Erd-beben trugen dazu bei, dass die Wohlhabenden den Aufenthaltauf dem Lande immer mehr schätzten und aufsuchten.
Aufgaben:
1. Wodurch unterscheiden sich die Städte des Altertums unddes Morgenlandes von unsern Städten?
2. Woher rührten die regelmässigen Überschwemmungen desTiber ?
Während sich die öffentlichen Bauten, wie Tempel, Theater,Bäder, Kaiserpaläste durch ihre Pracht, Grösse und Dauerhaftig-keit auszeichneten, waren dagegen die Privathäuser, besondersdie des Mittelstandes und der Armen ungemein einfach. Eswaren meist nur einstöckige Gebäude, von Lehm oder schwachemMauerwerk aufgeführt und mit Stroh und Schindeln oder Ziegelngedeckt. Oft wurden sie, besonders die Miethäuser, so flüchtiggebaut, dass Einstürze nicht zu den Seltenheiten gehörten.In starkem Gegensatz hiezu standen die Wohnhäuser der Vor-nehmen, die, so einfach sie auch nach aussen schienen, imInnern prachtvoll ausgeschmückt waren. Gewöhnlich hatten siedrei Höfe mit farbigen Mosaikböden, schönen Säulen und Wand-malereien, mit Springbrunnen und Gärten. Das Licht kam vonoben, durch eine Öffnung im Dach. Um die Höfe herum lagendie kleinen Zimmer für die Herrschaft und die zahlreichen Be-dienten. Silberne und goldene Schmucksachen, schön gearbeitete