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Illustrirtes Lehrbuch der Welt- und Schweizergeschichte für Sekundar-, Real- und Bezirksschulen, sowie für die obere Stufe der allgemeinen Volksschule / von Ulrich Ernst
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14441792 im ganzen mehr als 700,000. Unter diesen Söldnernwaren viele, die sich durch ihre Tüchtigkeit in der Fremde und daheimhohe Achtung erwarben. Die Schweizertruppen bildeten den Kern derfranzösischen Armeen und wurden im allgemeinen gut besoldet. Im17. Jahrhundert erhielt ein Soldat monatlich 150 200 Franken,woraus er seinen Unterhalt zu bestreiten hatte. Die letzten Schweizer-söldner, 750 an Zahl, sind heldenmütig bei der Verteidigung derTuilerien gegen das niedere Volk von Paris gefallen.

7. Die Religion bildete eine Hauptursache der Parteiungen.Katholiken und Reformirte verfolgten die Andersgläubigen oder zogengegen einander ins Feld. Auch die Protestanten unterdrückten mitbarbarischer Strenge jede abweichende Lehrmeinung. Michael Zingg,Pfarrer zu Altstätten, der zuerst den mathematischen Unterricht an denhöheren Schulen Zürichs einführte, entging nur durch die Flucht einerschweren Verurteilung, weil er glaubte, Christus sei der Erlöser allerMenschen. Ein Jude, der, um sich gegen Spötter zu wehren, geäußerthatte, Jesus sei ja auch nur der Sohn eines Juden gewesen, wurdein Zürich hingerichtet. Auch bei uns trugen also Unduldsamkeit undAberglaube ihre verderblichen Früchte.

8. Innere Unruhen. Einzelne Regierungen, wie diejenige vonBern, suchten die Leute für die verlorene Freiheit durch eine mög-lichst gerechte und sparsame Verwaltung zu entschädigen. Abergerade das bernische Regiment blieb nicht unangefochten. Im Jahre1723 wollte der fromme, patriotische Major Davel seine Lands-leute in der Waadt, namentlich den Rat von Lausanne, zu einemAufstand gegen Bern veranlassen. Er fand aber bei den feigen Rats-herren keine Unterstützung, sondern wurde hinterlistig gefangen ge-nommen und büßte seinen Versuch auf dem Schafott. Heute noch ver-ehren ihn die Waadtländer als Märtyrer ihrer Freiheit.

26 Jahre später bildete sich in Bern unter der Führung einesgebildeten, ehrgeizigen Mannes, Samuel Henzi, eine viel gefähr-lichere Verschwörung der Bürgerschaft gegen das Patriziat, die aberentdeckt wurde und zu grausamer Verfolgung der Beteiligten führte.Solche Vorfälle machten die Obrigkeiten immer mißtrauischer; das ge-ringste Zeichen von Unzufriedenheit wurde als Empörung betrachtet.So glaubte die Zürcher Regierung noch am Ende des Jahrhunderts,die Gemeinde Stäfa militärisch besetzen und ihre Vorsteher mit lebens-länglicher Gefangenschaft bestrafen zu müssen, weil sie gewagt hatten,dentheuersten Landesvätern" die Verlornen Freiheiten des Volkes inErinnerung zu rufen.

Aufgaben:

1. Warum war in England, Holland und in der Schweiz das Volkweniger bedruckt als in andern Ländern!

2. In welche Klassen war früher bei uns die Bevölkerung getrennt!

3. Wer waren die Heimatlosen!

4. Warum mußte das Landvolk arm sein!

10. August1792 .

1723 .

1749 .

1795 .