Seiten breit ausbiegt, und erwehrten mit ihren Spießen und halbartenwährend vier Stunden den Anprall einer Zwölfsachen Übermacht. MitStaunen und Grauen blickten die fremden Heerführer auf das schweize-rische Häuflein, das verwegen und todesmutig den Reisigen die Stirnebot. Rls die Ermattung sich einstellte, richteten die Recken ihre Rügensehnsüchtig nach den Toren der Stadt, von wo sie Hilfe erwarteten.
Der Brudersinn der Basier, die von den Zinnen der Umwallung dengrausen Kamps verfolgten, wurde aus eine harte probe gestellt. DieBürger verlangten stürmisch, vor die Mauern hinausgeführt zu werden,um den Bedrängten beizustehen. Rls der Rat immer noch zauderte, er-griff ein Metzger das Banner und rief: „Mir nach, wer ein Basier ist."Mit dem Bürgermeister Hans Rot voran, eilten 4000 Bewaffnete mitden Zunftfahnen vor das Kschentor hinaus. Doch in bedenklicher Näheder Stadt lauerte der gewaltige Gevierthaufen des Feindes in unheim-licher Ruhe. Lr war bestimmt, den ausfallenden Basiern den Rückzugabzuschneiden und die wehrlose Stadt zu überfallen. Gleichzeitig nahtevon jenseits des Rheins ein zahlreiches Geschwader mit der roten öster-reichischen Fahne. In raschem Entschluß befahl Hans Rot beschleunigtenRückmarsch in die Stadt, wo das Tor sich schloß.
Die harsthörner brüllten, und die Lidgenossen, die von den Basiernnichts mehr zu erhoffen hatten, zogen sich, von der Hitze des Tages unddem harten Kampfe ermüdet, gegen die Birs zurück. Zu spät, der Wegüber den Fluß war gesperrt. Die bei Muttenz zersprengten Feindehatten sich gesammelt und das User besetzt. Die Lidgenossen über-wanden den Ekel vor der Stätte des Aussatzes und suchten hinter demmauerumwehrten Siechenhause von St. Jakob Schutz und Erholung.
So wenig als der kühnste Pinsel vermag eine Feder das letzte grauen-hafte Ringen wiederzugeben, das sich nun in Sankt Jakob abspielte.„Absitzen," befiehlt Jean de Bueil einem Teil seiner Reisigen, „undzu Fuß draus los!" Wuchtige halbartenstreiche mähen sie ins Gras. „DieBogenschützen vor!" hageldicht schwirren die Pfeile und überschüttendie Helden. Die Geschosse aus dem Leibe reißend, werfen die Un-überwindlichen in rasender Wut sich auf ihre Peiniger und hauen siein Stücke. Wiederum erdröhnt der Boden unter den Hufen einer unab-sehbaren Reiterschar. Die versprengten Häuflein der Schweizer suchenhinter den Mauern Zuslucht.va steigt schwarzer Rauch aus dem Haus,und die Flammen lecken am Schindeldach. Das Siechenhaus brennt.Ein neuer Pfeilregen verdunkelt die Sonne. Aus hundert Wunden
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