Zwinglis Waffen in der Schlacht bei liappel. (Im Schweiz. Landesmuseum aufbewahrt.)
Zwist und Glaubenshaß. Die feindlichen Heere lagerten sich gegenüberund vesperten. Den Katholischen fehlte des Brot. Da stellten ihreWachen einen Zuber voll Milch an die Grenze und schrien den Zürchernzu, sie hätten da wohl eine gute Milch, aber nichts darein zu brocken.Die Zürcher liefen mit Brot herzu und brockten ein, und nun wurdedie Milchsuppe gemeinsam gegessen. Fuhr einer mit seinem Löffel überdie Mitte des Gefäßes, so schlug ihm der Gegner aus die Finger undscherzte: „Iß aus deinem Erdreich." Dem Bürgermeister von Straß-burg, der auch im Lager war, lachte das herz bei dem Schauspiel under sagte: „Ihr Lidgenossen seid doch wunderbare Leute. Bei aller Zwie-tracht seid ihr eins und vergeht der alten Freundschaft nicht."
Im scheinbaren Frieden gingen die beiden Heere wieder auseinander,um zwei Jahre später unversöhnt wiederum bei Kappel aufeinander-zuprallen. Im herbst l53l rückten die fünf Orte mit 8000 Mann andie Zürchergrenze. Zürich raffte in aller hast ein Häuflein zusammen,das infolge schlechter Führung bei Kappel geschlagen wurde. Zwinglistand mit Eisenhut, Schwert und Faustrohr bewehrt als Feldpredigerin den vordersten Reihen. Lin Streich aus den Kops streckte ihn zurErde. Beim Schein der Fackeln fanden ihn die plündernden Feindenoch lebend, ohne ihn zu erkennen. 5lls sie fragten, ob er beichten
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