gesät. Die städtischen Be-hörden mieteten sie gleich-sam aus kürzere oderlängere Zeit, und da dieLehrer keine bleibende Nn-stellung fanden, so reistensie im Lande herum, ge-folgt von ihren Schülern.
So bildete sich nicht nur einfahrender Lehrstand, son-dern auch ein fahrenderSchülerstand.
Die Schüler verdienten ih-ren Lebensunterhalt selbst.
Sie wanderten in Gruppenvon Stadt zu Stadt, vonSchule zu Schule, ohne vielzu lernen. Die älteren Ge-sellen nannten sich Bacchan-ten. Sie nahmen junge Thoma-piatt---
Vürschlein als „Schützen"
in ihren Dienst, und die mußten sie bedienen und ihnen die Speisenersingen, erbetteln oder stehlen.
Der Walliser Thomas Platter aus Grächen im Zermattertal, ein Zeit-genosse Zrvinglis und des Matthäus Schinner, weiß darüber gar ver-wunderliche Dinge zu erzählen. Nach dem frühen Tode seines Vatershütete er einem Bauer in der Nachbarschaft die Ziegen. Damit er etwaslerne, gab ihn eine seiner sieben Basen einem Geistlichen in die Lehre.
von seinen Schülerfahrten erzählt er: „von Nürnberg gingen wirnach hall in Sachsen aus die Schule zu St. Ulrich, blieben aber nurkurze Zeit und zogen dann nach Dresden. Da war keine gute Schuleund die Nammern über dem Gemache so voll Läuse, daß wir sie nachtsim Stroh unter uns herumkrabbeln hörten. Daraus zogen wir nachVreslau, mußten viel Hunger leiden und hatten tagelang nichts alsrohgesalzene Zwiebeln. Zuweilen brieten wir Eicheln, Holzapfel undBirnen und lagen bei Nacht unter dem heitern Himmel, da uns nie-mand beherbergen wollte. Zuweilen hetzte man uns auch die Hunde an.Nls wir aber in Breslau eintrafen, bekamen wir alles so billig und
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