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Die Geschichte der Schweiz : der Jugend erzählt / von Johannes Jegerlehner ; Illustriert von Paul Kammüller
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Während die Kantone derEbene der neuen (Ordnung sichwohl oder übel unterzogen,fand das Gchsenbüchlein, wieman die Verfassung spotthalberauch hieß, in den Waldstättenkeine Gnade. Die Geistlichenschürten zum Widerstand, weilein Artikel der Verfassung sievom Stimmrecht ausschloß undden Gottesdienst unter polizei-liche Aufsicht stellte. Sie fürch-teten nicht ohne Grund fürdie katholische Religion undpredigten in wilder Begeiste-rung den Tod fürs Vaterland.In leuchtender Verklärung

stiegen die glorreichen Tagevon Morgarten und Näfels

dem Volke vor die Augen.Mit den drei Waldstättengriffen auch Glarus und Zug zu den Waffen und ernannten zumAnführer der verteidigungsarmee den Schweizer Alois von Reding.Schauenburg bezwäng die Glarner bei Wollerau und sandte vom

Zürichsee aus zwei Kolonnen gegen die Schindellegi, wo Reding

befehligte, und an den Ltzelpaß, wo der prahlerische Pfarrerherzog mit seinen Leuten bis zum letzten Blutstropfen auszuhalten ge-lobte. Als die Franzosen erschienen, riß er feige aus. Um nicht imRücken gefaßt zu werden, zog Reding sich nach Rotenturm und Mor-garten zurück und hieb den Feind in einem glänzenden Angriff inStümpfe. Trotz des Sieges erschien ihm ein längerer Widerstand mitseinen schwachen Kräften nutzlos, und so nahm er einen ehrenvollenFrieden an und unterwarf sich der helvetischen Verfassung.

Die Kämpfe bei Reuenegg und am Rotenturm zeugen hell und laut,was die Schweizer bei geschlossenem Aufmarsch hätten leisten können.Sie zeigen aber auch, daß jeder Heldenmut fruchtlos, jeder Blutstropfenumsonst dahinfließt, wenn sie nur dem häuslichen Herd und nicht demgemeinsamen Vaterlande gelten.

alois von Neding

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