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Die Geschichte der Schweiz : der Jugend erzählt / von Johannes Jegerlehner ; Illustriert von Paul Kammüller
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beweglichen Figurenwerk des Zeitglockenturmes den Lls-Uhr-Stunden-schlag und überlegt gleich nachher, wo er sein Mittagessen einnehmenwill. Die Wahl ist da schwer zu treffen, zumal an guten, billigen Rüechli-stuben und feingedeckten Speisesälen mit französischer, deutscher undItalienerküche samt Bernerplatte und einem erlesenen Waadtländer-tropfen stadtauf und -ab kein Mangel ist. Gibt es doch in der Weltkaum einen zweiten Grt, wo man auf allen Gebieten das Höchste undBeste genießt wie in der Bundesstadt!

So gerne der Berner die Hände in die Hosentaschen bohrt, wenner mit einem Fremden aus der Straße zusammentrifft und aus hoch-deutschen Beden und Gesprächen immer wieder ins Berndeutscheplumpst, so hat er doch für das Neue und Neueste der Millionenstädtejenseits des Bheins und des Jura ein seines Ghr und offene Bugen.Gewiß ist Bern in der Bunst weder ein München noch ein Paris, abereine Stadt, die in der Malerei und in musikalischen Veranstaltungengroßen Stils mit Städten wetteifert, die das erste Hunderttausend längstüberschritten haben. Zwischen Haller und I. v. Widmann, NiklausManuel und Ferd. Hobler stehen eine ganze Beihe bedeutender Dich-ter und Maler, die beimische Eigenart und bernisches Rönnen weit überdie Grenzpsähle unseres Landes hinaus bekannt gemacht haben.

Lin schöner Teil dieser bernischen Eigenart offenbart sich scheinbarunverwüstlich in den uralten Zeugen des ältesten Bern an der unternNqdeckbrücke, wo noch das alte Bürgerhaus steht, in den prachtvollenZunft- und Geschäftshäusern, am großen Geschirr- und Zwiebelnmarkt,bei den Fleischständen der Beßlergasse und aus den Gemüse- und Vieh-märkten, wo es ein- und ausgeht, ab und zu wie zu Urgroßvaters Zeiten.

Das schmucklose, aber kraftvoll markige Äußere der Bauten Blt-Berns zeugt von dem nüchternen, auf das Dauerhafte und praktischegerichteten Geist, der die Berner beseelt hat. Im Jahr 1405 und späternochmals brannte die Stadt nieder. Nur wenige Gebäude haben ihrenalten Baucharakter bewahrt, darunter namentlich die Zunsthäuser, sodaß Bern in seinen Hauptstraßenzügen als eine Stadt des achtzehntenJahrhunderts gilt.

Line Busnahme macht das Münster, dieser wundervolle Zeuge go-tischer Baukunst, an dessen Stelle sich früher schon zwei kirchliche Bn-lagen erhoben. 1334 „ist die groß kilchmure an der matten angefangenund ist der erst stein geleit durch bruder viebolt baselwind, lütpriesterze bern-und wart auch gut und stark angefangen."

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