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Geschichtslehrmittel für Sekundarschulen / im Auftrage der Sekundarlehrerkonferenz des Kantons Zürich bearbeitet von R. Wirz ; in Verbindung mit H. Gubler ... [et al.]
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steht zu Eurer Fahne bis zum letzten Blutstropfen I Sobald aberder Sieg für uns entschieden ist, so vergesset jedes Rachegefühl,betragt Euch wie großmütige Krieger; denn dadurch beweist IhrEueren wahren Mut. Tut unter allen Umständen, was ich Euchschon oft empfohlen habe. Achtet die Kirchen und alle Gebäude,welche dem Gottesdienste geweiht sind! Nichts befleckt Eure Fahnemehr als Beleidigungen gegen die Religion. Nehmt alle Wehrlosenunter Euren Schutz; gebt nicht zu, daß dieselben beleidigt odergar mißhandelt werden. Zerstört nichts ohne Not, verschleudertnichts; mit einem Worte, betragt Euch so, daß Ihr Euch stetsdes Namens, den Ihr traget, würdig zeigt.

Der Oberbefehlshaber: W. H. Dufour.

Öchsli, Quellenbuch.

81. Aus dem Leben Jonas Furrers.

Am 3. März 1805 wurde ich in Winterthur in bescheidenen,bürgerlichen Regionen geboren; denn mein Vater war ein Schlosservon altem Schrot und Korn. Es geschah erst im achten Jahre derEhe meiner Eltern; auch war und blieb ich der einzige Sohn der-selben. Diese Umstände werden es erklären, daß keinerlei Druck,keine Härte und Widerwärtigkeit den heitern Lenz meines Lebensstörte. Denn meine Eltern waren äußerst gutmütig und so begreiftsich, daß ich so ziemlich ein Freiherr im Hause war; ich konntefast alles tun und lassen, was mir beliebte und alles wurde mirgewährt, was die ökonomischen Kräfte meiner Eltern nicht über-schritt; auch erinnere ich mich nicht, jemals tüchtige Schläge be-kommen zu haben. Bei dieser Erziehungsmethode hätte ich freilichder größte Schlingel werden können. Allein meine Eltern führteneinen exemplarischen Lebenswandel. Redlichkeit, Eintracht, Häus-lichkeit und ein wahrer religiöser Sinn, ferne von jeder gleißnerischenFrömmigkeit, waren da zu Hause, und weil die Schule auch dasihrige tat, so blieb ich stets auf dem rechten Wege.

Der wolkenlos heitere Himmel des Elternhauses begleitete denKnaben auch durch seine Schulzeit. Furier sagt von den Schulenseiner Vaterstadt:Winterthur hat von jeher im Verhältnis der Be-strebungen der Zeit sehr viel für die Schulen getan. Er verdankteihnen seine ganze Laufbahn. Mit großer Verehrung spricht Furi er vonseinem Hauptlehrer, Rektor Konrad Troll, einem Schüler Pestalozzis.