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Geschichtstabelle in zusammenhängender Darstellung
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I. Das Altertum.

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4. Die dorische Wanderung um 1104 v. Chr.

Das erste historische Ereignis der griechischen Geschichte ist die1104 dorische Wanderung. Die Dorier, von den Thessalernbedrängt, verlassen ihre Wohnsitze am Fuße des Olymp undwandern nach der nach ihnen benannten Landschaft Doris.Von dort gehen sie unter Führung der Herakliden (d. s. Nach-kommen des Herakles) über den korinthischen Meerbusen nachdem Peloponnes, wo sie drei Reiche gründen: Lakonien,Argolis und Messenien. Die Achäer ziehen sich in dieLandschaft Achaja zurück, die Jonier im Peloponnes gehennach Attika. Durch diese dorische Wanderung wird die Koloni-sation der Inseln des Agäischen Meeres und der WestküsteKleinasiens veranlaßt (I. Periode der Kolonisation).

5. Die griechischen Kolonien.

1. An der Westküste Kleinasiens:

a) die äolischen Kolonien, im Norden und auf derInsel Lesbos, 12 Städte, darunter Mytilene;

b) die ionischen Kolonien, in der Mitte und auf denInseln Chios und Samos; Zwölfstädtebund, die wichtig-sten: Milet ldas wieder 8V Kolonien gründet), Smyrna,Ephesus, Phocäa;

c) die dorischen Kolonien, im Süden und auf den InselnKos, Nhodus; Sechsstädtebund: Halikarnaß (Herodot geb.)und Knidus.

2. An anderen Lüsten, erst später in der II. Periode der

Kolonisation angelegt (750600), besonders von Chalcisauf Euböa, Milet und Korinth:

a) am Hellespont: Lampsakus, Abydus und gegenüberSestus;

b) an der Propontis: Kycikus;

o) am Bosporus: Chalcedon und gegenüber Byzanz;

ä) am Pontus Euxinus: Sinope und Trapezunt.

o) an der Küste von Thracien und Macedonien:Abdera, Amphipolis; auf der Halbinsel Chalcidiee:Potidäa, Olynth;

k) in Unteritalien (Groß-Griechenland): Tarent, Kroton,Sybaris, Rhegium, Kumä, die Mutterstadt von Neapel;

g) auf Sizilien: Syrakus, Messana, Agrigent;

ü) in Gallien: Massilia (von Phocäa gegründet um 600);i) in Spanien: Sagunt (von Zakynthus gestiftet);

ü) in Afrika: Cyrene.

Die Ursachen zu solchen Kolonisationen sind: Übervölkerung,Verlust der alten Wohnsitze, Parteistreitigkeiten, Ehrgeiz oderAbenteuerlust einzelner, Handelsinteressen. Politisch und recht-lich sind die Kolonien von ihren Mutterstädten unabhängig,es bleibt aber ein gewisses Pietätsverhältnis zwischen beidenbestehen.

6. Nationale Einigungsmittel.

Die Hellenen besitzen schon früh ein stark ausgeprägtesNationalbewußtsein gegenüber allen Nichtgriechen oder Bar-