I. Das Altertum.
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hindern können, und daß sie nach dem Amtsjahre verantwort-lich sind. Sie sind Oberfeldherren und Oberrichter; als Ober-priester für Staatsopfer wird der Opferkönig geschaffen,der dem Pontifex Maximus untersteht. Den Konsuln stehtdie Berufung des Senats und der Centuriatcomitien zu. InZeiten großer Gefahr Wahl eines Diktators mit unum-schränkter Gewalt auf 6 Monate an Stelle der Konsuln; ihmsteht ein Reiter ob erst (Magister sqnitum) zur Seite. DieVerwaltung des Staatsschatzes besorgen zwei Quä stören.Während die Staatsleitung durch dre Konsuln beständigemWechsel unterworfen ist, bringt der Senat oder StaatsratEinheit und Gleichmäßigkeit in die Politik und Verwaltung.Er besteht aus 300 Mitgliedern, die von den Konsuln ernanntwerden. Später treten auch die gewesenen Beamten ein (vomQuästor aufwärts); den Censoren steht die Ergänzung zu.Der Senat hat in der Blütezeit der Revublik die eigentlicheLeitung des Staates in seinen Händen, die Konsuln sind nurdie ausführenden Beamten; seine offiziellen Befugnisse sind:
1. Die Verwaltung des Staatsvermögens. 2. DieVorberatung und Bestätigung der Gesetze. 3. DieRegierung der Bundesgenossen und Unterworfenen.4. Die Leitung der völkerrechtlichen Beziehungen.
Die dritte Regierungsgewalt ist die Volksversammlung;die Kuriatcomitien treten in den Hintergrund, dagegen habendie Centuriatcomitien:
1. die Wahl der höheren Beamten; 2. die Ent-scheidung über Krieg und Frieden; 3. die Annahmeoder Ablehnung der Gesetze.
Neben den Centuriatcomitien treten später die Tribut-comitien, die Versammlungen der Plebs, mehr und mehrhervor, die allmählich miteinander verschmelzen.
610 Die beiden ersten Konsuln sind Brutus und Collatinus,der Gemahl der Lucretia. Um die Rückkehr der Tarquinierzu bewirken, entsteht
1. eine Verschwörung in Rom, bei der Brutus seineSöhne hinrichten läßt.
2. Ein Krieg des Königs Porsena von Clustum inEtrurien zwingt die Römer, das rechte Tiberufer abzu-treten. Heldentaten des Mucius Scavola undHoratius Cocles.
3. Ein Krieg der Latiner gegen Rom kann trotz einessagenhaften Sieges die Rückkehr der Tarquinier nichtbewirken.
1. Der StSndekampf zwischen Patriziern und Plebejern (610—366).Bei der unumschränkten Vorherrschaft der Aristokratie sinddie Neubürger oder Plebejer von schweren Lasten bedrückt:sie dienen im Heere ohne Sold, bringen den größten Teil derSteuern auf, die beständigen Kriege hindern sie an der Be-bauung ihres Ackers; an dem Gemeindelande haben sie keinenAnteil; äußerst drückende Schuldgesetze. Zunächst suchen die