III. Die Neuzeit.
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1660 versprechen. Im Frieden zu Oliva (bei Danzig) wirdihm von beiden Parteien die Souveränität in Ostpreußenbestätigt. Den Widerstand der ostpreußischen Stände gegenseine Regierungsmaßregeln bricht er durch Strenge undGewalt, sie müssen ihn als absoluten Herrscher anerkennen.
In dieser Zeit der Zersplitterung des Reiches ragtFriedrich Wilhelm durch sein Bestreben, die deutsche Ehrezu wahren, hervor. Er ist der einzige, der die Gefahr er-kennt, die dem Reiche von Ludwig XlV. droht, und der eswagt, im 2. Raubkriege Ludwigs gegen die Holländer diesenzu Hilfe zu eilen. Er bewegt auch den Kaiser zu einemBündnis, der ein Heer an den Rhein sendet; aber der kaiser-liche Feldherr hat Befehl, eine Schlacht zu vermeiden undden Kurfürsten vom Kampfe zurückzuhalten, überall durch dieschwächliche Politik des Kaisers gehemmt und in seinenrheinischenBesttzungen vonLudwig bedroht, sieht der Kurfürst sichgenötigt, im Vertrage zu Bossem (bei Brüssel) sich unterVorbehalt seiner Pflicht gegen das Deutsche Reich vom Kämpfezurückzuziehen. Als dieses im nächsten Jahre an Ludwig denKrieg erklärt, vereinigt sich der Kurfürst an der Spitze seiner20000 Brandenburger mit dem viel schwächeren Heere deskaiserlichen Feldherrn Montecuculi. Da dieser durch denvon Frankreich bestochenen Minister in Wien an jedem tat-kräftigen Vorgehen gehindert wird, so wird auch jetzt jederentscheidende Schlag des Kurfürsten vereitelt. Die Reichsarmeemuß das Elsaß räumen und sich über den Rhein zurückziehen.Um Friedrich Wilhelm, in dem Ludwig seinen gefährlichstenGegner erkennt, von sich abzuziehen, veranlaßt er dieSchweden zu einem Einfall in die Mark Brandenburg. DieBauern verteidigen sich, bis der Kurfürst in gewaltigen Eil-märschen herbeigeeilt ist.
1675 Er trifft die Schweden bei Fehrbellin, wo er sie völlig
es.Juni vernichtet (Derfflinger, der Prinz von Homburg); ervertreibt sie aus der Mark, aus Pommern und von der InselRügen, schlägt einen Einfall der Schweden in Ostpreußenzurück (Fahrt übers Haff), muß aber im Frieden zu
1679 St. Germain bei Parrs alle Eroberungen herausgeben, daer auf dem Kongreß zu Nymwegen von allen Verbün-deten verlassen ist.
Für die Hebung seines Landes ist er unermüdlich besorgt;er fördert Ackerbau, Gewerbe und Handel. Bildung einerHandels- und Kriegsflotte, Gründung der Kolonie Groß-Friedrichsburg an der Guineaküste. Pflege der Wissenschaften,Einrichtung der Post, geordnete Finanzverwaltung. Aufnahmevon 20000 französischen Emigranten nach der Aufhebung desEdikts von Nantes.
1688—1701 Friedrich HI- als Kurfürst, als König Friedrich 1.1701bis 1713; prachtliebend und verschwenderisch, dabei Förderervon Kunst und Wissenschaft: Gründung der Universität Halle,der Akademien der Wissenschaften und der Künste in Berlin,Bau der Schlösser in Berlin und Charlottenburg, des Zeug-