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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / von Wilhelm Oechsli. 2. Bd. (zweiter Teil und dritter Teil / 1. Hälfte) Mittlere und neuere Geschichte
Entstehung
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3. Die Urge m einde. P aulus (ü<>—l!4). — Mochten auchdie Juden über den Christus am Kreuze spotten, in Jesu Jüngern undVerehrern war der Eindruck seiner wunderbaren Persönlichkeit solebendig geblieben, das; sie in Verzückungen die hehre Gestalt des ge-liebten Meisters öfters wieder leibhaftig in ihrer Mitte zu schauen ver-meinten. Dadurch gewannen sie die Überzeugung, er sei vom Grabeauferstanden und nach längerem Wandel auf Erden in den Himmelerhoben worden, von wannen er wiederkommen werde, um sei»Reich zu vollenden. Sein schmerzvolles Sterben erschien ihnen als einfreiwillig gebrachtes Sühnopser für die Sünden der Menschheit.Voller Hoffnung aus seine baldige Wiederkunft schlugen sie sich alleirdischen Sorgen aus dem Sinne und gaben sich völlig ihrer religiösenBegeisterung hin. Sie verkauften ihre Habe, legten den Erlös zusammen,hatten alles gemein und lebten vereint unter der Leitung der Apostel,d. i. der nächsten Jünger Jesu, namentlich des Petrus, indem sieNeu hinzutretende durch die Taufe feierlich der Gemeinde eingliedertenund bei ihren Mahlzeiten im Brotbrechen das Andenken an das un-vergeßliche letzte Abendmahl mit dem Meister erneuerten. Trotzschwerer Not und Verfolgung mehrte sich die Gemeinde fortwährend. —Aber der Glaube an den Gekreuzigten drang bald auch in die Ferne.Schon damals lebten in allen größeren Städten des Römerreiches zahl-reiche Juden, die jedoch ihrer Heimat und ihrer Religion stets eingedenkwaren. Mit Blitzesschnelle verbreitete sich nun die Kunde von dem ge-kreuzigten und wieder auferstandenen Christus auch bei diesen Judenin der Fremde, und an vielen Orten, selbst in Rom, nahm ein Teildas Evangelium (d. h. die frohe Botschaft) freudig auf. Aber nochimmer waren die Christusglänbigen oder Christen, wie man sie früh-zeitig nannte, nur eine jüdische Sekte, und keiner wurde für fähigerachtet, ins Reich Gottes einzugehen, der sich nicht zuvor zu MosesGesetz bekannte. Vom Judentum losgelöst und zlrr eigenen welt-umfassenden Religion erhoben wurde das Christentum durch Paulus,einen Juden aus Tarsus in Kleinasien. Dieser ernste, eifrige Geist hattezuerst den innern Frieden, der ihm fohlte, bei den Pharisäern gesucht,aber vergeblich. Plötzlich kam es über ihn wie eine Erleuchtung, undaus einem heftigen Feinde der Christen wurde er zum feurigsten Send-