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boten des Evangeliums, dessen Ausbreitung er sich zur Lebensaufgabesetzte. Dabei machte er keinen Unterschied zwischen Judenund Heiden. Wenn Jesus Christus sich für uns alle geopfert hat,wofür brauchen wir noch die kleinlichen Vorschriften des Gesetzes! Weran ihn glaubt und nach seinem Vorbilde ein reines Leben führt, derwird selig werden, ob Jude oder Grieche, ob Knecht oder Freier. Solehrend, durchzog er zu wiederholten Malen Sprien, Kleinasien,Makedonien und Griechenland und stiftete zahlreiche Christen-gemeinden unter den Heiden, nicht ohne dadurch bei den Juden-christen schweren Anstoß zu erregen. Zuletzt wurde er auf Veran-lassung der Juden gefangen gesetzt und nach Rom gebracht, wo erwahrscheinlich in der Christenverfolgung Neros den Tod fand.
4. Titus zerstört Jerusalem (70 n. Chr.). Bar Kochba(43ö n. Chr.). — Inzwischen wartete die Masse der Juden mitbrennender Sehnsucht auf einen Messias ganz anderer Art. Durch dierohen Gewalttaten eines Landpflegers zum äußersten getrieben, erhobensie unter Nero einen Ausstand, in der Hoffnung, Gott werde ihnen denerlösenden Helden senden, und in langwierigem Kriege ermordeten undvertrieben sie alle Römer im Lande. Nerv sandte seinen besten Generalgegen sie, den Vespasian, der ihnen Stadt um Stadt entriß, biser zum Kaiser erhoben wurde. Dann übergab er seinem Sohne Titusdie schwere Aufgabe, Jerusalem zu bewältigen, den letzten Zufluchts-ort der Empörung. Entsetzliche Zustände herrschten in der unglücklichenStadt. Die Aufständischen hatten sich in Parteien gespalten, die sichmit wildem Grimme zerfleischten. Nur im Kampfe gegen die Römerwaren sie einträchtig und verteidigten sich mit verzweifeltem Mute.Bald wütete die gräßlichste Hungersnot in der eingeschlossenen Menge;eine Mutter verzehrte ihr eigenes Kind. Endlich erstürmten die Römerdie Mauern, wobei der Tempel in Flammen ausging; aber noch be-durfte es wochenlanger fürchterlicher Kämpfe, bis sie den letzten Stadt-teil erobert hatten. Jerusalem wurde dem Erdboden gleich gemacht.Über eine Million Juden war dem Schwert, dem Hunger, dem Feuererlegen, Hunderttausende wurden in die Sklaverei geschleppt und derRest aufs schwerste geknechtet. — Als Kaiser Hadrian sechzig Jahrespäter den Befehl gab, die zerstörte Hauptstadt als eine heidnische