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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / von Wilhelm Oechsli. 2. Bd. (zweiter Teil und dritter Teil / 1. Hälfte) Mittlere und neuere Geschichte
Entstehung
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selbst überlassen. So wurde Armins Sieg zum entscheidenden Wende-punkt; ohne ihn wäre Germanien wie Gallien ein römisches Land ge-worden, und schwerlich klänge heute die deutsche Zunge an den Userndes Rheines, der Weser und der Elbe. Armin selber fand ein traurigesEnde. Es hieß, er strebe nach der Königswürde, und er siel durchMeuchelmord, erst 87 Jahre alt. Aber noch lange sangen die Deutschenden Ruhm des Helden in Liedern, die leider verschollen sind.

6. Einfälle der Markomannen, Goten, Alamannen,Franken und Sachsen (seit 11,6). Ulfilastnm 87,0). Vonnun an beschränkten sich die Römer den Deutschen gegenüber aus guteGrenzwacht. Rnr die Ecke zwischen Oberrhein und oberer Donau be-setzten sie, um die Heerlager an den beiden Strömen miteinander inVerbindung zu bringen, und bezeichneten die Grenze durch einen Wallmit Türmen und Kastellen, den noch jetzt sichtbarenPsahlgraben"(Iims8), der an der Donau oberhalb Regensbnrg begann und unter-halb Koblenz am Rhein endigte. So behütet blühten die römischenLande am Rhein und an der Donau herrlich aus und erfüllten sich mitbevölkerten, reichen Städten, wie Trier (t^uAustg Drsvsrorum),das eine der Lieblingsresidenzen der Kaiser wurde, Köln (QoloniatV^rippinn), Mainz (Noo'uickincnini , Straßburg Mr^enloimtiim),Baden-Baden iMcjUÄöt, Augsburg Viiickeliaum), Regens-

burg (Lnstra UsAinn), Wien (Vinckoboiia) u. a. Aber diese fried-liche Blüte war nicht von Dauer. Schon unter M ark Anrel be-gannen die Germanen nun ihrerseits das Römerreichanzugreifen. Von andern Völkern hinter ihnen gedrängt, über-fluteten die Markomannen in Böhmen und andere Barbaren, dienordwärts von der Donau hausten, alles römische Land von Regens-bnrg bis zur Mündung des Stromes mit unzähligen Scharen unddrangen raubend und mordend bis über die Alpen. In vierzehnjährigemKriege brach der tapfere Kaiser die Gewalt des furchtbaren Ansturmsund dachte eben daran, durch Unterwerfung Germaniens die Quelle desUnheils zu verstopfen, als ihn im Lager zn Wien eine tödliche Krank-heit hinraffte. Je mehr sich nach Mark Aurels Tod die innere Ordnungin Rom löste, um so drohender wurde die Gefahr von außen. Dasgewaltige Reich mit seinen wohl angebautey Landen, seinen schätze-