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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / von Wilhelm Oechsli. 2. Bd. (zweiter Teil und dritter Teil / 1. Hälfte) Mittlere und neuere Geschichte
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sich abzulenken, aber vergeblich. Ein unersättlicher Ehrgeiz beseelte denHunnenkönig; die ganze Welt sollte sein werden. Mill einer halbenMillion Streiter brach er im Jahre 451 über den Rhein in Gallienein und verheerte alles weit und breit. Da stellte sich ihm Astius,der letzte große Feldherr Roms, entgegen. Astius war mit Erfolg be-strebt gewesen, am Rhein und an der Donau die römische Herrschaftwieder auszurichten. Mit hunnischen Söldnern hatte er die Burgun-der um Worms angegriffen und deren König Günther in einemKampfe vernichtet, den die deutsche Sage in dem Heldengedicht derNibelungen verewigt hat. Den Rest des Volkes hatte er dann zuGnaden angenommen und als römische Untertanen südlich vom Genfer-see, in Savopen, angesiedelt. Jetzt strömten die burgundischen Kriegergehorsam unter seine Fahnen, auch die Franken stellten ihm angesichtsder für Römer und Germanen gleich bedrohlichen Gefahr Zuzug. Vorallem aber gelang es ihm, einen Bund mit den Westgoten abzu-schließen, deren König Theoderich mit einem mächtigen Heere zu ihmstieß. In den weiten Ebenen der Champagne, bei Troyes, fiel dieEntscheidung, ob Europa der trostlosen Barbarei der Asiaten oder denbildungsfähigen romanisch-germanischen Nationen gehören solle. Fastalle Völker von der Wolga bis zum atlantischen Ozean stritten hier fürund wider Attila. Zuletzt mußten die Hunnen weichen, dank der Feld-herrnkunst des Astius und der stürmischen Tapferkeit der Westgoten,deren König Theoderich den Heldentod starb. — Noch einmal suchteAttila den Westen heim, indem er im Jahre darauf in Italien ein-brach, wieder alles verheerend und verwüstend. Damals wurde vonFlüchtlingen auf den Inseln in den Lagunen des adriatischen Meeresder Grund zu dem nachmals so berühmten Venedig gelegt. Alleszitterte vor dem grausen Eroberer; plötzlich entschloß er sich zur Um-kehr. Es heißt, die Vorstellungen des Papstes Leo, der furchtlos sichin sein Lager begab, hätten ihn dazu bewogen; doch mögen wohl Krank-heiten im Heere und anderweitige Kriege der Hauptgrund gewesen sein.Bald darauf raffte den Attila mitten in einer Hochzeit ein jäher Toddahin. Unter seinen Söhnen zerfiel das Hunnenreich ebenso schnell, alses entstanden war. Die unterjochten Völker machten sich frei, und die